VOLLSPERRUNG B 192

Dörfer in der Müritz-Region ächzen unter dem Verkehr

Die Vollsperrung der B 192 hat Folgen für viele Dörfer. Die Umleitung über Stavenhagen wird von vielen ignoriert. Das größte Problem sind die schweren Lastwagen.
Andreas Segeth Andreas Segeth
So kleine Fahrzeuge sind nicht das Problem. Wenn aber schwere Lastwagen oder Busse in die Bankette fahren, bleiben Schäde
So kleine Fahrzeuge sind nicht das Problem. Wenn aber schwere Lastwagen oder Busse in die Bankette fahren, bleiben Schäden nicht aus. Hier bei Klein Dratow ist die Böschung schon beschädigt. Andreas Segeth
Die offizielle Umleitung über Stavenhagen nutzt nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge. Die meisten suchen sich andere Wege.
Die offizielle Umleitung über Stavenhagen nutzt nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge. Die meisten suchen sich andere Wege. Andreas Segeth
Klein Plasten.

Kaum jemand nimmt die offizielle Umleitung über Stavenhagen, das jedenfalls ist der Eindruck des Möllenhagener Bürgermeisters Thomas Diener (CDU). Die erste Woche der Vollsperrung der B 192 zwischen Klein Plasten und Möllenhagen ist fast vorüber, drei Wochen stehen voraussichtlich noch bevor.

Ortskundige kurven durch Dörfer

Viele ortskundige Autofahrer entscheiden sich für die Strecke über die Dörfer, entweder nördlich über Lehsten oder südlich über Schloen-Dratow. Auf der südlichen Umfahrung über Schloen-Dratow sind die Straßen noch schmaler und in schlechterem Zustand. Schon bei der Begegnung zweier Pkw muss an manchen Stellen einer von beiden rechts ranfahren und halten. Und doch brettern dort zurzeit auch Lastwagen entlang, sogar ein Sattelschlepper mit großem Hänger wurde gesichtet. Die Ausweichmanöver belasten besonders das Bankett der Straßen.

Folgen weitere Sperrungen?

„Die Bürger beschweren sich“, sagt Bürgermeister Berthold Schulz. Als die B 192 schon mal gesperrt war, wurde eine Gemeindestraße komplett kaputt gefahren. Dasselbe befürchtet er jetzt wieder. Eine Lösung wäre, frühzeitig an der Bundesstraße Schilder aufzustellen, die die Durchfahrt auf die Anlieger beschränkt. Man habe sich deshalb auch schon an die Amtsverwaltung gewandt, so Schulz.

Das sei auf Antrag der Gemeinde möglich, sagt Jens Krage, Chef des Straßenbauamtes Neustrelitz. Es gebe verschiedene Möglichkeiten – man könne mit Hinweisschildern die Tonnage begrenzen, Tempolimits verhängen oder die Durchfahrt eben auf die Anlieger beschränken. Den Gemeinden bei der späteren Reparatur der Straßen finanziell zu helfen, sei kompliziert, so Jens Krage auf Nachfrage. Im Normalfall sei das nur vorgesehen, wenn keine geeignete Umleitungsstrecke in der Nähe sei, also ein offizieller Umweg von 40 oder 50 Kilometern vorgesehen sei. Auch benötige man dann eine genaue Dokumentation des Vorher- und Nachher-Zustandes.

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Kommentare (3)

... als ob es in MV 2019 keine Navis und Straßenkarten online gibt. Die offizielle Umleitung über Stavenhagen ist ebenso eine Zumutung.

Was ist ein Lastwagen und was ein Sattelschlepper mit großem Hänger ? Bitte Antwort vom Verfasser des Artikels !!!

Die Vollsperrung der B 192 ist für alle Pendler wohl eine ziemliche Belastung, zumal die Umleitung, wie offiziell mitgeteilt nicht immer 20 km beträgt, sondern wie bei mir, da ich täglich von Waren nach Neustrelitz fahre, gut 40 km beträgt. In Fahrzeit umgerechnet ist die Mehrbelastung wohl noch deutlicher, da zu meiner Strecke jetzt auch noch das tägliche morgendliche Chaos auf dem Neubrandenburger Ring mit seinen Dauer Wanderbaustellen gehört. Das wegen 8 km Baustelle für eine Strasse, wo ich bis auf eine ca. 10 m lange Bodenwelle nichts besonderes bemerken konnte, was eine komplette Erneuerung der Fahrbahn rechtfertigen würde. Aber vielleicht waren noch Fördermittel über, die weg müssen, damit sie im nächsten Jahr auch wieder fließen, wer weiß.
Richtig ist sicher, dass die genutzten Umfahrungen z.B. über Carolinenhof eine Belastung der Gemeinden darstellt und zumindest der LKW Verkehr auf diesen Strassen beschränkt werden sollte, da diese Straße ein sicheres fahren mit LKW Verkehr nicht hergibt. Die Kreisstraße über Dratow ist als Umfahrung absolut ungeeignet, außer vielleicht für Fahrräder und Cross Maschinen. Es sagt einiges über die insuffizienten Strukturen in diesem Land aus, wenn auf der einen Seite Unmengen an Steuergeldern dafür ausgegeben werden, Straßen in einen Zustand zu bringen, in dem sie vorher auch waren oder Autobahnen wie die A 24 jahrelang umzubauen mit riesigen Kosten und Staus, um am Ende eine breitere Standspur zu haben und auf der anderen Seite die paar tausend Euro für eine Kreisstraße einfach nicht aufzubringen sind, obwohl das die Erreichbarkeit der Gemeinden dramatisch verbessern würde.
Zumindest kam kein Beamter auf die Idee noch ein Schild aufzustellen, auf dem man sich beim Bürger für das Verständnis bedankt, denn dass ist mir und bestimmt vielen anderen schon lange abhanden gekommen.