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Drehbrücke: Strahlender Auftritt einer runden Sache

Ins rechte Licht gesetzt: die neue Drehbrücke wurde farblich angestrahlt.
Ins rechte Licht gesetzt: die neue Drehbrücke wurde farblich angestrahlt.
Elke Enders

Nicht ganz gewöhnlich, dass die Einwohner schon mal loslegen, ehe die "Prominenz" am Montag das offizielle Startsignal gibt. In Malchow ist das so.

Mit „Tätärä“ und viel Beifall ist die neue Malchower Drehbrücke durch die Einwohner am Wochenende gefeiert worden. Die gleichnamige Kapelle aus Hamburg, die schon bei Malchower Volksfesten die Stimmung anheizte, schaffte den richtigen musikalischen Rahmen für ein Ereignis, dem die Inselstädter ein Jahr lang entgegen fieberten. Zuvor waren schon die Bauleute auf einem Schiff über Malchows Gewässer geschippert worden, als Dankeschön für einen Einsatz, der am Ende dazu führen soll, dass die Querung vorfristig in Betrieb genommen werden kann.

Dennoch war es bei den Einwohnern eher Vorfreude denn Freude. Denn noch „durften“ sie als Zaungäste das neue Bauwerk bestaunen. Dass die Bauzäune auch während der anberaumten Freudenfeier von der Hauptsache trennten, war nicht nach jedermanns Geschmack. „Da hätte man lieber hinterher richtig feiern sollen“, war zu hören. Dennoch, die Freude überwog ganz klar. Und die Brücke selbst, ein imposantes Koloss, war auch gleich ins rechte Licht gerückt. „Ich dachte schon, die Sprayer wären zugange gewesen“, meinte Einwohner Erich Rottenau sichtlich amüsiert. Denn erst bei näherem Hinsehen stellte er fest, dass das, was er an Farbtupfern sah, die Lichteffekte waren, die die Brücke in der Dunkelheit in Szene setzten.

„Was sich in den letzten Jahren in der Stadt entwickelt hat, ist einmalig“, lobte der Rentner, der auch bei Bauberatungen oft zugegen war. „Wenn man aus Malchow ist, muss man hier sein“, fassten Melanie Prestel und Tochter Alycia die Stimmung in Worte.

Einziger Wermutstropfen war für sie, dass das Wetter so bescheiden mitspielte. Zum Abend hin blieb es aber trocken, wenn auch kalt. „Wir sind einfach durchgefroren“, traten die Malchowerinnen Roselinde Severin und Christa Jungermann deshalb auch gleich nach der Modenschau den Rückzug an.

Im Festzelt blieb es derweil hitzig, und erst fürs Feuerwerk lichteten sich die Zuschauerreihen, die das ausdauernde Treiben der „Tätärä“-Musiker begeistert verfolgten. Dann war es so weit: Von der Klosterseite aus sprudelten Feuersalven in den Himmel, goldig, grün oder rot - passend zur Musik, die harmonisch übers Wasser schallte - für ein Bauwerk, „das wirklich Innovation ist“, wie Ronny Seidel vom zuständigen Ingenieurbüro Thiele & Partner aus Neustrelitz, der ebenfalls zugegen war, zu verstehen gab.