MAHNWACHE BEI MIROW

▶ Drei Dutzend machen Wind gegen Windkraft vor der Haustür (mit Video)

Kommen die Windräder, gehen die Touristen. Die Attraktivität der Landschaft und Orte als Lebensort sinkt. Das meinen die Mitglieder einer Bürgerinitiative.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Zwei Stunden lang machten Windkraftgegner aus Schwarz an der Südmüritz bei Autofahrern entlang der B 198 auf die dro
Zwei Stunden lang machten Windkraftgegner aus Schwarz an der Südmüritz bei Autofahrern entlang der B 198 auf die drohende Gefahr aufmerksam. Susann Salzmann
Schwarz.

Windräder wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative „Keine Windräder zwischen Schwarz und Buschhof” nicht in ihrer unmittelbaren Umgebung wenige Meter hinter dem Ortsausgangsschild ihrer Heimat wissen. Deshalb griffen etwa 35 Windkraftgegner am Freitagnachmittag zwei Stunden lang zu Bannern, Schildern und Transparenten, um damit entlang der Bundesstraße 198 auf die aus ihrer Sicht drohende Gefahr aufmerksam zu machen.

 

 

Im April diesen Jahres hatte sich die Initiative gegründet, um gemeinsam im Verbund von knapp 300 Mitgliedern gegen ein geplantes Windeignungsgebiet zwischen Schwarz und dessen Ortsteil zu protestieren. Seit 2011 stemmt sich die Region nahe Mirow erfolgreich gegen die Umsetzung.

Die Entscheidung, ob zwischen diesen beiden Orten allerdings zehn Windkraftanlagen gebaut werden, ist noch nicht gefallen. Zunächst sollte die Entscheidung darüber zum Jahresende erfolgen, nun soll es voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres eine endgültige Entscheidung geben. Die Initiative wird die Zeit bis dahin intensiv nutzen. Unter anderem sollen nämlich auf diese erste Mahnwache weitere folgen – neben wiederholten Protestaktionen vor dem Kreistag in Neubrandenburg und dem Schweriner Landtag. Zusätzlich gehört es zu den nächsten Schritten der Initiative, dass Ornithologen den Bestand an Vögeln der Region dokumentieren.

Bürgerinitiative spricht sich für Erneuerbare aus

„Wir haben hier unter anderem den Rotmilan und den Seeadler”, benennt BI-Mitglied Anette Schlumbach Vogelarten, die es wert sind, sie vor den Windkraftgiganten zu schützen. Hätte ihr Protest nicht die gewünscht Wirkung, hätte das sicherlich drastische Folgen für den sanften, ökologischen Naturtourismus der Region mit zig Naturcampingplätzen und Seen, die sogar für Motorboote der Natur willen gesperrt sind. In dieses Szenario würden die 160 Meter hohen Riesen wortwörtlich hineinplatzen. Das zumindest findet Armin Rau. „In den zwei Orten wohnen insgesamt mehr als 400 Bürger. Im Sommer wächst das Dorf auf bis zu 1000 Besucher”, resümiert der Gemeindevertreter (WG Wir für Schwarz/Buschhof”). Kommen die Windräder, gehen die Touristen.

 

 

Gründe, die Windkraftgiganten nicht in wenigen Hunderten Metern vor die Haustür zu setzen, gibt es der BI zufolge, zahlreiche. Neben dem Ästhetischen nennen die Protestierenden bei der Mahnwache zudem fehlende Ableitungen, um den dann erzeugten Windkraftstrom gen woanders hin zu befördern. Eines will Schlumbach aber nicht so stehen lassen: Sie seien für „saubere”, erneuerbare Energie. Auch für Windenergie. Ein Windeignungsgebiet in Schwarz sei aber dennoch der falsche Standort. Außerdem, findet die Schwarzerin, „haben wir viele junge Familien”. Kämen die Windräder, befürchtet sie, könnte der Ort seine Attraktivität für Familien verlieren.

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Kommentare (1)

... das keine Touristen kommen, weil Windräder aufgestellt werden. Rügen beweist, dass es den Touristen ziemlich gleichgültig ist, denn der Tourismus boomt weiter, trotz Windrädern. Was sie mit Sicherheit nicht sehen wollen, sind Schlote von Kohlekraftwerken. Und wenn Windräder weit genug von Häuser aufgestellt werden, dass sie keinen Schlagschatten werfen, hört man sie nicht mal.