GEQUÄLT UND VERWAHRLOST

Dreibeinige Bärin aus Horror-Zoo gerettet

Bärendame Dushi hat den „Horror-Zoo“ im albanischen Frier überlebt. Für eine Retterin war es einer der schlimmsten Einsätze ihres Lebens.
Petra Konermann Petra Konermann
Dushi, eine etwa zehn Jahre alte Bärin mit nur drei Beinen, wurde von „Vier Pfoten“ aus dem „Safari Park Zoo“ in Albanien gerettet.
Dushi, eine etwa zehn Jahre alte Bärin mit nur drei Beinen, wurde von „Vier Pfoten“ aus dem „Safari Park Zoo“ in Albanien gerettet. Vier Pfoten
Dushi saß jahrelang in einem kleinen Käfig, damit sich Restuarantbesucher an ihrem Anblick ergötzen konnten.
Dushi saß jahrelang in einem kleinen Käfig, damit sich Restuarantbesucher an ihrem Anblick ergötzen konnten. Vier Pfoten
Mitarbeiter von Vier Pfoten verladen die Käfige mit den geretteten Tieren, die anschließend in den Zoo in Tirana (Albanien) gebracht wurden.
Mitarbeiter von Vier Pfoten verladen die Käfige mit den geretteten Tieren, die anschließend in den Zoo in Tirana (Albanien) gebracht wurden. Vier Pfoten
Stuer.

Noch nie in ihrem beruflichen Leben hat sie so schrecklichere Szenen gesehen, ist sich Sabine Steinmeier, Cheftierpflegerin im Bärenwald Müritz, sicher. Und das, obwohl sie bereits einiges erlebt hat.

Das alles aber wurde nun übertroffen von einem Einsatz in einem Zoo in Albanien, den die Tierschutzstiftung "Vier Pfoten" als den „schlimmsten Zoo Europas“ bezeichnet. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern von „Vier Pfoten“ und mit Unterstützung der Behörden vor Ort hat Sabine Steinmeier vor wenigen Tagen mitgeholfen, Tiere aus diesem Zoo zu befreien. Ein internationales Team von Tierärzten sowie ein Sonderkommando der albanischen Polizei hatten die Rettungsmission überwacht.

Die Besucher speisten mit Blick auf die Tiere

Als „Horror-Zoo“ wurde der „Safari Park Zoo“ in Fier bezeichnet. Löwen, Zebras, Hirsche, und Dushi, eine zehnjährige Bärendame, wurden aus ihren Betonkäfigen befreit. „Alle Tiere waren in schrecklich verwahrlost und unterernährt. Am schlimmsten war dieser unerträgliche Gestank. Das Leid der Tiere muss unvorstellbar gewesen sein“, sagt Steinmeier dem Nordkurier kurz nachdem sie aus Albanien zurück gekehrt war.

Recherchen eines Journalisten hatten die Zustände im „Safari Park Zoo“ Frier öffentlich gemacht. Die Bezeichnung „Zoo“ führt in die Irre, meint Sabine Steinmeier. Unter Zoo verstehe man nach deutschen Maßstäben eine Einrichtung, die sich auch dem Tierschutz und der artgerechten Haltung verpflichtet fühlt. „Der ‚Zoo‘ in Frier aber bestand aus Käfigen, die rund um ein Restaurant gruppiert waren. Die Menschen haben die Gaststätte besucht, haben dort gegessen, und der Anblick der gequälten Tiere hat sie offenbar nicht gestört. Das ist unvorstellbar“, sagt sie.

Der Zoo wurde geräumt

Der Einsatz der Tierschützer sei belastend gewesen, der Anblick der gequälten Tiere schwer zu ertragen. Hinzu kam, dass der Inhaber des „Zoos“ ebenfalls bei der Rettungsaktion anwesend war und sehr aggressiv war. „Wenn man vor Ort ist und eine Aufgabe zu erfüllen hat wie die Rettung der Tiere, dann funktioniert man einfach. Man kommt gar nicht recht zum Nachdenken, es muss so viel getan werden. Aber jetzt, ein paar Tage später, realisiert man eigentlich erst alles so richtig, was man dort erlebt hat, und es gibt Bilder, die wird man nicht so schnell wieder los“, ist sich Sabine Steinmeier sicher.

Mit den schrecklichen Zuständen in dem albanischen „Zoo“ ist nun Schluss. Die Einrichtung wurde geräumt und die Tiere übergangsweise in den Zoo der albanischen Hauptstadt Tirana gebracht. „Dort werden sie medizinisch betreut und müssen aufgepäppelt werden“, berichtet Sabine Steinmeier.

Dushi, die aus noch unbekannten Gründen nur noch drei Beine hat, soll bald im Bärenwald Müritz leben. Wann, das kann Sabine Steinmeier noch nicht sagen: „Ihr Zustand ist schlecht, sie ist derzeit nicht transportfähig fähig und bedarf der Pflege.“

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