AUS „HORROR-ZOO” GERETTET

Dreibeinige Bärin nach langer Qual im Bärenwald angekommen

Gerettet wurde „Dushi“ bereits im vergangenen Jahr aus „Europas schlimmsten Zoo“. Doch damals war sie viel zu schwach, um transportiert werden zu können.
Petra Konermann Petra Konermann
Endlich ist Dushi im Bärenwald Müritz angekommen.
Endlich ist Dushi im Bärenwald Müritz angekommen. Helmut Wachter
Dushi im albanischen Zoo, wo sie unter schlimmen Bedingungen jahrelang leben musste. Dort wurde sie im November 2018 gerettet.
Dushi im albanischen Zoo, wo sie unter schlimmen Bedingungen jahrelang leben musste. Dort wurde sie im November 2018 gerettet. Helmut Wachter
Das Leiden der Tiere im Horror-Zoo wurde durch Mitarbeiter von „Vier Pfoten“ beendet.
Das Leiden der Tiere im Horror-Zoo wurde durch Mitarbeiter von „Vier Pfoten“ beendet. Hazir Reka
Stuer.

Der Bärenwald Müritz hat eine neue Bewohnerin: Die albanische Bärin Dushi ist nach rund 40 Stunden Transport durch neun Länder wohlbehalten in Stuer angekommen. Damit endete für die dreibeinige „Dushi“ eine lange Reise, die bereits im Oktober 2018 mit einer Rettungsaktion begonnen hatte.

Die internationale Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hatte „Dushi“ damals mit zehn anderen, verwahrlosten Wildtieren aus dem Safari Park Zoo in Albanien befreit. Dort lebte sie jahrelang im Dreck, ohne Zugang zu frischem Wasser, so Susanne von Pölnitz, Pressesprecherin von „Vier Pfoten“.

Das Fell ist schon besser, die Zähne noch nicht

Nach der gelungenen Rettungsmission brachte „Vier Pfoten“ Dushi vorübergehend im Zoo Tirana unter. Dort konnte sich die Bärin von den Strapazen ihrer Vergangenheit und der aufwändigen Evakuierung aus dem als „Europas schlimmsten Zoo“ bekannten Safari Park erholen.

„Bei ihrer Rettung war Dushi eher zu dünn und wies deutliche Verhaltensstörungen auf”, sagte Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der im Oktober 2018 dabei war. „Seit Dushi artgemäß gefüttert wird, hat sie ein gesundes Gewicht erreicht. Auch an ihrem Fell zeigt sich, dass sich ihr Zustand deutlich verbessert hat. Nach wie vor dringend behandlungsbedürftig ist aber ihr Gebiss: Zwei ihrer Eckzähne sind abgebrochen und entzündet, und generell weisen ihre Zähne zahlreiche Läsionen durch das Beißen auf den Käfigstangen und die jahrelange Fehlernährung auf”, erklärte Gölkel.

Jahrelange Qualen in grausamer Haltung

Nachdem „Vier Pfoten“ grünes Licht von den albanischen Behörden erhielt, startete am 3. April Dushis Reise in ihr neues Zuhause in Deutschland. Tierarzt Marc Gölkel kümmerte sich auch während des Transfers um ihr Wohlergehen. Am 5. April traf die „Vier Pfoten“-Bärenambulanz mit der Bärin schließlich im Bärenwald Müritz ein.

„Wir sind glücklich, dass wir Dushi endlich in ihr neues Zuhause bringen konnten. Unser Team im Bärenwald ist spezialisiert auf die Pflege, die sie jetzt braucht. Nach jahrelangen Qualen in grausamer Haltung kann Dushi nun zur Ruhe kommen, sich ausreichend bewegen und bärengerecht leben. Im Zoo Tirana hat sie sich schon gut erholt, aber im Bärenwald kann sie ihre natürlichen Instinkte endlich entdecken und ausleben“, sagt Carsten Hertwig, Bärenexperte bei „Vier Pfoten“.

100 Bären – macht ein Geschenk für jeden 100.

„Dushis“ neues Zuhause, der Bärenwald Müritz, beheimatet derzeit 16 gerettete Braunbären. Mit „Dushi“ leben aktuell insgesamt 100 Bären in den sieben „Vier Pfoten“-Bärenschutzzentren in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Bulgarien, der Ukraine, im Kosovo und in Vietnam. Aus diesem Anlass hat ab sofort jeder 100. Besucher für die kommenden 100 Tage freien Eintritt in den Bärenwald Müritz.

Neben Dushi hat „Vier Pfoten“ auch die drei Löwen-Männchen Lenci, Zhaku und Bobby aus dem Safari Park Zoo gerettet. Sie wurden ebenfalls vorübergehend im Zoo Tirana untergebracht. „Vier Pfoten“ plant, die Löwen in ihre Großkatzenstation „Felida“ in den Niederlanden zu bringen, wo sie sich mit Hilfe spezieller Pflege von ihrer Vergangenheit erholen können. Aktuell wartet die Tierschutzorganisation auf grünes Licht der albanischen Behörden, um auch den Großkatzen ein neues, besseres Leben zu ermöglichen.

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