STRAßENBAU

Dreispuriger Ausbau zwischen Waren und Kargow verzögert sich um Jahre

Eigentlich hätte der Abschnitt zwischen Waren und der Abfahrt nach Kargow schon in diesem Jahr begonnen werden sollen – doch ein Grundstückseigentümer stellt sich quer.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Ein Anlieger will sein Grundstück an der B 192 nicht verkaufen. Deshalb verzögert sich das Bauprojekt wohl um mehrere Jahre.
Ein Anlieger will sein Grundstück an der B 192 nicht verkaufen. Deshalb verzögert sich das Bauprojekt wohl um mehrere Jahre. Malte Schindel
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Waren.

Manchmal kann ein Einzelner viel bewegen – zum Guten wie zum Schlechten. So zum Beispiel beim dreispurigen Ausbau der B 192 zwischen Waren und der Abfahrt nach Kargow. Eigentlich sei das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz mit den Planungen und Vorbereitungen und notwendigen Grundstücksankäufen so weit, dass man in diesem Sommer mit dem Bau beginnen könnte. Doch der Eigentümer einer 250 Meter langen Fläche am Straßenrand stelle sich quer, sagte Straßenbauamtsleiter Jens Krage auf Nachfrage des Nordkurier. Man habe ihm wie üblich ein Angebot unterbreitet, das auf dem Bodenverkehrswert beruhe, das habe dieser aber nicht angenommen.

Nun folgt der übliche Weg bei solchen Problemen. Man gehe ins Planfeststellungsverfahren und stelle am Ende einen Antrag bei der Enteignungsbehörde des Landes. Sollte dieser bewilligt werden, könnte der Eigentümer enteignet werden – und mit besagtem Verkehrswert entschädigt. Die Enteignungsbehörde wiege hier das öffentliche Interesse der Allgemeinheit und das private Interesse des betreffenden Grundstückseigentümers gegeneinander ab. Das Problem: Das ganze Verfahren könne sich zwei bis fünf Jahre hinziehen...

Planung für Ortsumgehung Klink schon fortgeschritten

Der Plan, die gesamte B 192 zwischen der A 19 und Neubrandenburg dreispurig auszubauen, werde indes weiter verfolgt, sagte Krage. Mit der Planung der Ortsumgehung Klink sei man schon weit vorangeschritten. Die Linienplanung mit vier Strecken, bei denen es bereits zwei Vorzugsvarianten gibt, und die auch bereits öffentlich vorgestellt wurde, werde jetzt im Sommer an das Ministerium weitergegeben, wo man sich für eine Variante entscheide. Danach könne man die Planungen für die Streckenabschnitte zwischen Sietow und Klink sowie zwischen Klink und Waren weiterführen, denn erst dann stehe unter anderem fest, an welchen Knotenpunkten man die Straßen anschließen könne.

Bis zu drei Jahrzehnte bis zur völligen Umsetzung

Einen konkreten Zeitpunkt für den Baubeginn der Ortsumgehung Klink könne man schwer benennen, sagte Jens Krage. Hat das Ministerium sich für eine Streckenvariante entschieden, dann erfolge voraussichtlich Ende dieses Jahres die europaweite Ausschreibung. Erst danach könne man mit der direkten Entwurfsplanung und der Planung für den nötigen Grunderwerb beginnen. Aktuell bearbeitet werde im Straßenbauamt auch der Abschnitt zwischen Sietow und Penkow, wo auch der seit langem geforderte Radweg entstehen soll.

Noch nicht konkret geplant wird im kompletten Bereich zwischen Kargow und Neubrandenburg. Denn der gesamte dreispurige Ausbau sei als mittel- und langfristiges Projekt angelegt, so Krage. Dieses könne ein bis drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

 

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