DROGENPROZESS

"Drogen-Spediteur" wieder auf freiem Fuß

Schnelles Urteil im Verfahren gegen ein Mitglied des zerschlagenen Drogenrings im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Robert H. kommt mit einer Bewährungsstrafe glimpflich davon.
Matthias Lanin Matthias Lanin
Verteidiger Peter Schmidt (2. von rechts) mit dem verurteilten "Drogenspediteur" Robert H. (rechts) im Landgericht Neubrandenburg
Verteidiger Peter Schmidt (2. von rechts) mit dem verurteilten „Drogenspediteur” Robert H. (rechts) im Landgericht Neubrandenburg Matthias Lanin
Neubrandenburg.

Ein überraschend schnelles Urteil hat es im Prozess gegen den „Drogen-Spediteur” Robert H. gegeben. Vom Landgericht Neubrandenburg wurde der 35-Jährige zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, wie Gerichtssprecher Christian Weidlich am Dienstag erklärte.

Der gelernte Maler und Parkettleger aus einem Dorf nördlich von Waren (Müritz) wurde damit für schuldig befunden, selbst Betäubungsmittel besessen und Beihilfe zum Drogenhandel geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft und eine Bewährungszeit von vier Jahren gefordert. Die Vorsitzende Richterin Nicola Schmidt-Nissen ist dem Antrag der Verteidigung auf eine mildere Strafe nachgekommen, auch weil Robert H. als Zeuge in Prozessen gegen andere Drogendealer ausgesagt hatte.

Eigene Sucht in U-Haft in den Griff bekommen

„Wir sind mit dem Urteil sehr zufrieden”, freute sich am Dienstag Pflichtverteidiger Peter Schmidt. Für ihn sei das Verfahren geradlinig und effektiv abgelaufen. Dem Steuerzahler wurde durch das fehlende Aufbauschen dieser Sache viel Geld erspart. Zugunsten seines Mandanten hatte der Jurist seine Reue, sein ausführliches und umfassendes Geständnis ins Feld führen können. Zudem habe Robert H. während der sechsmonatigen Untersuchungshaft seine eigene Sucht in den Griff bekommen und sei „clean” geworden.

Vergleich mit "Maus im Kornspeicher"

„Sie müssen sich vor Augen führen, dass er nicht für ein Entgelt bei diesen kriminellen Geschäften mitgemacht hat. Er hat für seinen Eigenkonsum gearbeitet und bei den vorhandenen Mengen hat er, auch nach eigener Aussage, am Ende sehr übertrieben”, berichtet der Rechtsanwalt. Das sei, als würde man eine Maus in den Kornspeicher einsperren, wie er vergleicht. „Es ist gut möglich, auch in der U-Haft an Rauschmittel zu kommen, aber das versuchte mein Mandant nicht einmal, weil er es mit dem neuen Leben ernst meint”, versichert Peter Schmidt.

Die Kriminalpolizei hat im Juni 2018 „die Maus aus dem Speicher herausgeholt” und das „Korn eingezogen”. Die sogenannte „nicht geringe Menge” an Drogen, die auf dem großen Grundstück des verurteilten Mannes gefunden wurde, umfasste 6,6 Kilogramm Marihuana, 800 Gramm Ecstasy-Tabletten in Patronenform und kiloweise Amphetamin-Paste.

 

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Kommentare (1)

Wieder ist eine Tüte Mitleid umgefallen. Wozu gibt es Strafmaßrahmen? Solche Taten sind nicht verhandelbar! Statt den Anfängen sich entgegen zu setzen schauen auch die Lehrer weg, wenn die Kinder in der Pause an der ehem. Skykaufhalle in Nb im Vogelviertel ihr Gras öffentlich rollen und verpaffen.