Müritz-Nationalpark
Dumm gelaufen - Eine Schranke macht Ärger

Ein Bild aus besseren Tagen: Hier funktioniert die Schranke noch, momentan steht sie an zwei Stellen im Schutzgebiet auf geöffnet.
Ein Bild aus besseren Tagen: Hier funktioniert die Schranke noch, momentan steht sie an zwei Stellen im Schutzgebiet auf geöffnet.
Elke Enders

Es gibt Tage, da hat man verloren, mag sich jener Pechvogel gedacht haben, der im Schutzgebiet die neue Schrankenanlage am Pagelsee "außer Gefecht" setzte. Dabei wollte er ihr gar nichts anhaben.

Eigentlich hat sie einwandfrei funktioniert, die neue Schrankenanlage im Müritz-Nationalpark. Und sie hat auch schon gute Dienste geleistet, wie Anwohner mehrfach schilderten.  Die technische Errungenschaft besteht aus drei Einzelstationen: eine bei Speck, eine auf dem Weg nach Boek und die dritte am Pagelsee bei Krienke. Dennoch, die Freude der Schranken-Befürworter, dass weniger Unberechtigte mit ihren Kraftfahrzeugen das Schutzgebiet in der Kernzone queren, hat einen Dämpfer erlitten.

Fahrer rammt Schlagbaum

Die Schranke bei Boek am Abzweig Amalienhof stand dieser Tage offen. Sie war defekt und wurde deshalb auf „freie Fahrt“ gestellt. Und es wäre auch nicht weiter problematisch gewesen. Zeitnah hätte die Schranke repariert werden sollen. Doch ein Kraftfahrer, der die offene Schranke zur Kenntnis nahm und das Schutzgebiet passierte, ging davon aus, dass – wenn eine Schranke auf ist – auch alle anderen offen stehen. Allerdings weit gefehlt: Am Ausgang Pagelsee bekam er zu spüren, dass so eine Schranke doch ein ganz schönes Hindernis sein kann. Der Fahrer hatte offenbar getrieft und rammte den Schlagbaum. Glücklicherweise ist über davon getragene Blessuren nichts bekannt. Nur soviel: Der Fahrer war reuemütig und meldete sich selbst bei der Polizei und auch im Landratsamt. In einem Brief informierte er die untere Verkehrsbehörde, dass ihm besagtes Malheur passiert wäre.

Gemeindevertreter: Offene Schranke ist Einladung

Indes regte der Boeker Gemeindevertreter Ralf Töpfer an,  dass – wenn eine Schranke nicht funktioniert – alle tatsächlich geöffnet werden sollten. Schließlich sei eine offene Schranke auch eine Einladung. Die Gefahr dabei: Wenn große Fahrzeuge ohne erforderlichen Chip das Schutzgebiet befahren, haben sie Schwierigkeiten, vor den weiteren Schranken zu wenden.

Derweil war im Landratsamt zu erfahren: Die Schrankenanlage soll schnellstmöglich repariert werden. „Der Auftrag ist ausgelöst“, informierte Sprecherin Haidrun Pergande. Doch noch hapert es an den nötigen Ersatzteilen, die von einer Sicherheitstechnik-Firma bestellt sind.

Anträge aus Ausnahme-Genehmigung häufen sich

Zum Sommer vergangenen Jahres war die vorher nicht ganz unumstrittene Müritz-Nationalpark-Schranke installiert worden. Nach einer Übergangszeit über den Sommer, bei der sich alle Berechtigten – zumeist die Anwohner umliegender Gemeinden – mit den nötigen Transpondern ausstatten konnten, wurden die Hindernisse schließlich „scharf geschaltet“. Seitdem häufen sich die Anträge auf Ausnahme-Genehmigungen bei der Kreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte.