Giftige Pflanzen auf dem Feld

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Ein Kreuz, der Kampf gegen das Jakobskreuzkraut

In einem Sack bewahrt Barbara Fiedler die herausgerissenen Pflanzen auf, um sie später zu verbrennen.
In einem Sack bewahrt Barbara Fiedler die herausgerissenen Pflanzen auf, um sie später zu verbrennen.
Petra Konermann

Alles daran ist giftig. Das Jakobskreuzkraut vermehrt sich massenhaft und ist gefährlich. Eine Frau in Rogeez hat ein ganzes Feld davon hinterm Haus.

Wenn Barbara Fiedler aus Rogeez gegen das Jakobskreuzkraut auf ihrer Pferdekoppel ins Feld zieht, dann nur mit dicken Gummistiefeln, langärmeliger Jacke und festen Handschuhen. Denn das Kraut, das harmlos mit leuchtend gelben Blüten daher kommt, ist giftig. Für Mensch und für Tier, wie die Rogeezerin betont.

Seit zehn Jahren schon kämpft sie gegen das Jakobskreuzkraut an – nicht nur mit Spaten und Feuer, sondern auch durch Aufklärung. Denn wie gefährlich das Kraut ist, das müsste inzwischen hinlänglich bekannt sein. „Aber zu wenige Menschen nehmen das als Problem wahr, das uns alle angeht“, meint Barbara Fiedler.

In Honig und Tee nachgewiesen

Das Landwirtschafts-Ministerium hat ein Infoblatt heraus gegeben, auf dem die Gefahren aufgelistet sind. „Jakobskreuzkraut enthält verschiedene Pyrrolizidin-Alkaloide, deren Abbauprodukte im Körper für akute oder chronische Vergiftungen, insbesondere der Leber, verantwortlich sind. Dazu trägt auch die wiederholte Aufnahme kleiner Mengen über einen langen Zeitraum bei. Eine Heilung ist dann kaum noch möglich. Besonders empfindlich reagieren Pferde, Rinder etwas weniger stark, während Schafe und Ziegen relativ unempfindlich sind“, ist da zu lesen.

Barbara Fiedler gibt zu bedenken, dass auch die Samen der Pflanzen giftig sind, die häufig ins Futterheu gelangen. „Das fressen Nutztiere. Welche Auswirkungen hat das? Selbst im Honig wurden Rückstände der Kreuzkrautes schon nachgewiesen, ebenso in Tee“, macht sie deutlich. Sie fordert daher nicht nur das Aufstellen von Containern, in denen die herausgerissenen Pflanzen fachgerecht entsorgt werden können und die in anderen Bundesländern längst gang und gäbe sind, sondern auch eine flächendeckende Bekämpfung des Krautes.

Das Kraut wächst auch in der Stadt

Jahr für Jahr ist sie allein drei Wochen lang damit beschäftigt, nur die Pflanzen aus ihrer Pferde-Koppel gleich hinter dem Haus zu ziehen. Doch gleich dahinter erstreckt sich ein riesiges gelbes Feld – gelb von Blüten der giftigen Pflanze. „Wenn ich davon ausgehe, dass eine einzige Pflanze rund 20 000 Samen hervorbringt, die auch Jahre später noch keimen können, weiß ich, dass ich auf verlorenem Posten stehe, wenn nicht großflächig bekämpft wird“, meint die Rogeezerin.

Sie appelliert trotzdem an alle Menschen, Jakobskreuzkraut heraus zu ziehen, wo immer man ihm begegnet. „Und es soll niemand glauben, dass diese Giftpflanze nur in Dörfern wächst. Mir ist sie auch schon mitten in Waren begegnet.“

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