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Ein Mann für alle Töne: Wie das Blech nach Waren kam

Ob Posaune, Trompete oder Horn, Werner Mahlau hat in 65 Jahren viele Blasinstrumente ausprobiert. Hängen blieb er bei der Tuba.  FOTO:Jörg Döbereiner

VonJörg DöbereinerAb Sonnabend feiert der Posaunenchor Sankt Marien in Waren sein 50-jähriges Bestehen. Werner Mahlau hat ihn einst gegründet. Er darf ...

VonJörg Döbereiner

Ab Sonnabend feiert der Posaunenchor Sankt Marien in Waren sein 50-jähriges Bestehen. Werner Mahlau hat ihn einst gegründet. Er darf sich 2013 über zwei weitere Jubiläen freuen.

Waren.Nein, ein Mekka der Blechbläser war Waren nicht gerade, als Werner Mahlau als junger Mann in die Stadt kam. Einen Posaunenchor hatte es zwar einmal gegeben – doch von dem war nicht viel mehr übrig als ein paar alte Instrumente. Aber Werner Mahlau kam mit einer Idee. Bereits als Jugendlicher hatte er in seiner Heimatstadt Rethwisch bei Bad Doberan den Posaunenchor geleitet. Da wäre es doch gelacht, wenn das in Waren nicht auch klappen könnte.
Unterstützt vom damaligen Propst Erdmann gewann Werner Mahlau zwölf Konfirmanden für seine Sache und begann, sie zu unterrichten. Und es wurde eine Erfolgsgeschichte daraus: Ab dem kommenden Wochenende feiert der Posaunenchor Sankt Marien eine Woche lang seinen 50. Geburtstag mit zahlreichen Konzerten. Ohne Unterbrechung spielte die Truppe über all die Jahre – auch wenn es oft zäh lief.
„Blasinstrumente spielen ist nicht so einfach. Manchem Anfänger vergeht da die Geduld“, sagt Werner Mahlau. Tatsächlich ist von den zwölf Konfirmanden nur noch einer aktiv, Walter Heise. Dafür kamen andere hinzu. Einer von ihnen ist Werner Mahlaus Sohn Ralf, der sich noch genau erinnert, wie alles begann. „An einem grauen Tag im Jahr 1973 hat mir mein Vater eine silberne Trompete gegeben und mich gefragt, ob ich anfangen will“, erzählt er. Ralf Mahlau wollte – und fand so viel Gefallen an der Musik, dass er den Chor 1995 übernahm.
Er strebte ein höheres Niveau an, wollte anspruchsvolle Stücke spielen. Heute hat der Chor etwa 70 Auftritte pro Jahr, trat schon in Frankreich, der Schweiz, Kanada oder Holland auf. Und unternimmt schon mal einwöchige Ausflüge mit dem Bus nach Schweden. „Mein Vater hat immer hohe Maßstäbe an die Disziplin und Zuverlässigkeit der Bläser gestellt“, sagt Ralf Mahlau. Einer der Gründe, weshalb der Posaunenchor so erfolgreich ist.
Mit seinen 73 Jahren ist Werner Mahlau heute der älteste in der Runde. Seit 65 Jahren spielt er Blasinstrumente, ein weiteres Jubiläum, das er in diesem Jahr feiern darf. „Selbst als wir unser Haus gebaut haben – in die Posaunenstunde ging mein Mann immer“, erinnert sich Ursula Mahlau.
Locker lassen, das ist Werner Mahlaus Sache nicht. Deshalb feierte er in diesem Jahr auch noch ein drittes Jubiläum: Im März läuteten die goldenen Hochzeitsglocken.

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j.doebereiner@nordkurier.de