Weidenkorb

Neuer Brutplatz soll Störchen ein Zuhause geben

Einst zogen Störche ihre Küken in Ankershagen auf. Diese Zeiten sind lange vorbei. Nun wollen die Anwohner mit einer neuen Strategie das Tier zum Bleiben bewegen.
Martina Schwenk Martina Schwenk
In luftiger Höhe bringt Gemeindearbeiter Marco Wieczorek die Nisthilfe für Störche an. Nun hofft die Gemeinde auf ein brutbereites Pärchen.
In luftiger Höhe bringt Gemeindearbeiter Marco Wieczorek die Nisthilfe für Störche an. Nun hofft die Gemeinde auf ein brutbereites Pärchen. Martina Schwenk
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Ankershagen.

„Zum Storchennest“, so heißt die Gaststätte, die im Gutshaus in Ankershagen zu finden ist. Die namensgebenden Vögel jedoch lassen sich in dem Ort schon lange nicht mehr nieder. Für mehr als kurze Stippvisiten machen sie nicht mehr Halt. Daran wollen Anwohner jetzt etwas ändern. Ein einfaches Hilfsmittel soll junge Storchenpaare zum Einzug motivieren: ein geflochtener Weidenkorb.

Organisiert hat das gute Stück Hans-Dieter Graf, Storchenkenner und Regionalbetreuer des Altkreises Waren/Müritz des Nabu. Mitglieder der Gemeinde waren auf ihn zugekommen und hatten ihn um Hilfe gebeten. „Früher gab es lange ein Storchenpaar, das auf dem Dach des alten Eiskellers gebrütet hat“, berichtet er. Aber das Dach des Eiskellers wurde baufällig. Der Horst wurde abgebaut. Dafür wurde 2007 daneben ein Mast errichtet, mit einem stabilen Metallring oben drauf.

Diese Konstruktion sollte als neue Nisthilfe dienen. Leider nahmen die Störche sie nicht an. „Manchmal konnten wir Störche beobachten, wie sie auf dem Mast saßen. Doch sie haben nie gebaut“, sagt Torsten Pitann. Er lebt seit 1985 in Ankershagen. Einst staksten Störche hin und wieder über seinen Hof. Jetzt hofft er wie die ganze Gemeinde darauf, dass sie wieder sesshaft werden. Der Korb soll festen Untergrund für einen zukünftigen Horst bieten.

Reiher und Kraniche sind oft zu Gast

Um die Chancen zu erhöhen, dass sich ein Storchenpaar niederlässt, wurde der große Weidenkorb extra präpariert. Weiße Kalkspritzer zieren die Ränder. „Der Kalk sieht aus wie Storchenkot. Das soll bei einem Storch den Eindruck erwecken, ein anderer hätte den Platz bereits genutzt“, erklärt Hans-Dieter Graf. Das könnte die Vögel eher zum Horstbau animieren.

Zuerst müssen die Störche aber aus ihrem Winterdomizil in Afrika zurückkommen. Die ersten sind bereits anderen Orts gesichtet worden – beispielsweise in Belitz bei Teterow. Sollte sich bei Ankershagen ein Pärchen finden, wird das Nahrungsangebot mitentscheiden, ob es bleibt. „Wenn die Störche nicht genug zu fressen finden, bleiben sie natürlich nicht“, sagt Graf. Zudem weist der Regionalbetreuer darauf hin, dass im vergangenen Jahr von 100 Brutstätten lediglich 21 Horste besetzt waren.

Die Ankershagener hoffen auf das Beste. „Wir können hier oft Reiher und Kraniche beobachten. Also müsste das Futterangebot da sein“, sagt Torsten Pitann hoffnungsvoll.

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Kommentare (1)

brauchen feuchte Wiesen und keine Äcker!