FUSION

Ein Seitensprung kommt für Penzlin nicht infrage

Die Amtsbereiche sollen laut Gesetz grundsätzlich 8000, mindestens aber 6000 Einwohner haben. Mit Blick auf die demografische Entwicklung sah sich das Amt Penzliner Land um.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Sven Flechner berichtete über die Früchte, die Anfragen zu potenziellen Fusionsnachbarn ergaben.  
Sven Flechner berichtete über die Früchte, die Anfragen zu potenziellen Fusionsnachbarn ergaben. Ingmar Nehls
Penzlin.

Immer dann, wenn eine Gemeinde mit einer anderen verschmelzen möchte, sollte das beim Gegenüber auf Gegenliebe stoßen. Das gilt natürlich auch für eine potenzielle Fusion des Amtes Penzliner Land mit Nachbarn in östlicher und westlicher Richtung. Panik braucht sich jedoch nicht breitzumachen. „Na dann bliwt eben ollet biem ollen!“, verkündet Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL).

Als Repräsentant des Amtsbereiches fühlten sowohl er als auch die Verwaltung bei den Nachbarn links und rechts vor – zur Ernüchterung der Penzliner. Wer sich etwa das Penzliner Amt schon mit dem Amt Seenlandschaft Waren verbunden sah oder vielleicht auf Penzlin als neuen Neubrandenburger Ortsteil spekulierte, den enttäuscht Flechner. Das Stadtoberhaupt führte den Auftrag aus, den ihn seine Stadtvertreter bereits 2017 erteilt hatten: Kontaktaufnahme zu Nachbarämtern samt Auslotung von Fusionsmöglichkeiten. Ausgelotet wurde unter anderem eine mögliche Vergrößerung des bereits bestehenden Amtsgebietes durch die Aufnahme umliegender Gemeinden in das Amt Penzliner Land. „Mit 115 Quadratkilometern Fläche und 18 Orten hat die Stadt wohl genug fusioniert“, bekräftigt Flechner, dass es derzeit keine Fusionsabsichten Penzlins gebe.

Idealzustand schon längst erreicht

Den Idealzustand – formuliert in der Kommunalverfassung – hat das Amt derzeit in zweierlei Hinsicht schon übererfüllt. Danach sollen die Ämter grundsätzlich 8000 Einwohner und mehr, mindestens aber über 6000 zählen. „Einem Amt sollen in der Regel nicht mehr als zehn Gemeinden angehören“, heißt es aber ebenfalls darin. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 lebten in Penzlin 4201 Bürger (drei weniger als am Jahresende 2017). Die amtsangehörenden Ortschaften verfügen über 6797 Einwohner. Macht zusammengerechnet: 10 998. Erfreulich: Zuzüge würden inzwischen den Negativsaldo zwischen relativ konstanten Geburten (2018 waren es 36), aber mehr Sterbefällen fast ausgleichen. Heißt, in Penzlin bestätigen sich die anderswo im Land deutlich sinkenden Bevölkerungsprognosen nicht.

Hintergrund von Penzlins Bemühungen ist das prognostizierte Sinken der Einwohnerzahl im Jahr 2030 unter 6000 Bürger. In zwei Himmelsrichtungen bestehe nach gemeinsamen Gesprächen mit dem Amt Seenlandschaft und Neverin laut Bürgermeister „kein wirkliches Interesse“. Die Stadt stehe trotz allem Nachbargemeinden, die an einen Amtswechsel denken, offen gegenüber, betont Sven Flechner.

Keine Panik mit Blick auf 2030

Panikmache sei jedoch überflüssig: Immerhin lassen stabile Einwohnerzahlen vergangener Jahre bereits erkennen, dass im Penzliner Land vermutlich noch im Jahr 2030 mehr als 6000 und 8000 Einwohner leben werden.

 

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Kommentare (1)

Mittlerweile sollte auch der letzte begriffen haben, dass Verwaltungen keine Ämter sind, auch wenn sie sich so bezeichnen. Zur rechtlichen Situation in Mecklenburg und der Stadt Penzlin im speziellen gibt es zwei hochinteressante Vorträge der Penzliner Runde: http://www.penzliner-runde.de/vortraege-in-der-penzliner-runde/