In Argentinien tanzt Jung und Alt den Tango in schicken Bars oder simplen Arbeitslosentreffs.
In Argentinien tanzt Jung und Alt den Tango in schicken Bars oder simplen Arbeitslosentreffs. ZVG
Tanz-Kurs

Einführung in die leidenschaftliche Welt des Tangos

Tango ist nicht nur ein Tanz, sondern auch eine Sprache: Wer ihn tanzen will, muss die Sprache lernen. In Röbel soll das bald möglich sein.
Röbel

Tango – ein Wort, welches bei vielen Bilder von Paaren hervorruft, die eng aneinander geschmiegt leidenschaftlich tanzen. Weiche Röcke wehen um die Beine der Frauen, während die Männer ihre Partnerinnen wie biegsame Gerten in anzügliche Posen schwingen. Grete Weingart hat den Tanz vor einigen Jahren aus Buenos Aires und Berlin nach Röbel gebracht. Um sie herum formiert sich derweil trotz der coronabedingten Schwierigkeiten eine kleine Gruppe, die sich möglichst bald wieder wöchentlich zum Tango treffen möchte.

Für alle Anfänger will Grete Weingart nun mit einem kompakten Einsteiger-Wochenende in Röbel starten, um Tangobegeisterte in diese Kunst einzuführen. In ihrer Funktion als Kulturagentin beim Kulturverein Röbel hat sie die Tangolehrerin Daniela Feilcke-Wolff aus Berlin gewinnen können. Am 19. und 20. März besteht die Möglichkeit, an jeweils zwei mal zwei Doppelstunden teilzunehmen. Die acht Übungsstunden sind als Einstieg in diesen weltweit beliebten Tanz gedacht. Es können Paar oder Einzelpersonen teilnehmen.

Moderner Tango sehr beliebt

„Wir können im Wechsel beide Rollen trainieren, so sind wir weniger abhängig von einem Partner und können uns auf den schönsten Tanz der Welt einlassen“, verrät die Kulturagentin. Anmeldungen sind unter der E-Mail-Adresse [email protected] möglich. Darüber erhalten Tanzbegeistere alles Wissenswerte und den Link zur Anmeldung. Die Corona-Schutzmaßnahmen werden eingehalten.

Die Grundlagen des Tanzes sind in Argentinien bei Jung und Alt bekannt, weiß Grete Weingart zu berichten. Unter den Jüngeren gebe es eine moderne Tangoszene, die sich Neo-, Non- oder Electrotango nenne. „Man tanzt ihn überall, in Clubs und nächtlichen Bars, auf Plätzen und in Parkanlagen“, berichtet sie. Wer ihn einmal probiert habe, könne nicht davon lassen. „Es ist ein Improvisationstanz, und das macht ihn so einzigartig unter den Tänzen dieser Welt. Es gibt keine festgelegten Schrittfolgen. Der gemeinsame Tanz ergibt sich aus einer feinen Verständigung zwischen den Tanzenden – den Führenden und den Folgenden“, so Weingart.

Die Tänzer und Tänzerinnen seien konzentriert beieinander, um einander zu verstehen. Zuhören und Antworten geschehe auf der körperlichen Ebene. „Es ist eine eigene Sprache, die die Menschen verschiedener Kulturen vor mehr als einem Jahrhundert in den Häfen und Bars Argentiniens entwickelt haben, um miteinander in Kommunikation zu treten. Wer Tango tanzen will, kann diese Sprache erlernen, wie jede andere Sprache auch“, nur nicht mit dem Mund, sondern mit dem Körper, egal wie dick oder dünn jemand sei. Hier ginge es nicht um Sportlichkeit, exzentrische Figuren und Showtanz, sondern um Aufmerksamkeit und Bewusstheit, oft sogar um Langsamkeit, beschreibt Grete Weingart.

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