DAUERFROST

Schifffahrt im Nordosten kämpft mit dem Eis

Der anhaltende Dauerfrost setzt der Schifffahrt in der Region zu. Deshalb sind nun Eisbrecher im Einsatz. An der Müritz musste unterdessen der Schwimmsteg freigeschnitten werden.
Stephan Radtke Stephan Radtke
dpa
Carsten Schubel schneidet mit der Eissäge einen Entlastungsschnitt um den Badesteg am Warener Volksbad. Til Steffenhagen sichert seinen Kollegen.
Carsten Schubel schneidet mit der Eissäge einen Entlastungsschnitt um den Badesteg am Warener Volksbad. Til Steffenhagen sichert seinen Kollegen. Stephan Radtke
Til Steffenhagen (vorne) und Carsten Schubel wurden am Freitag eingesetzt, um das Eis am Volksbad freizuschneiden. Foto: Stephan Radtke
Til Steffenhagen (vorne) und Carsten Schubel wurden am Freitag eingesetzt, um das Eis am Volksbad freizuschneiden. Foto: Stephan Radtke Stephan Radtke
Anja Fels schob die Eisschollen weg, die Florian Buß mit der Eisaxt zuvor spaltete.
Anja Fels schob die Eisschollen weg, die Florian Buß mit der Eisaxt zuvor spaltete. Stephan Radtke
21 Zentimeter dick war das Eis am Freitag am Warener Volksbad.
21 Zentimeter dick war das Eis am Freitag am Warener Volksbad. Bernd Wüstneck
Vorsicht Schlittschuhläufer – am Warener Volksbad wurde ein Entlastungsstreifen in das Eis geschnitten.
Vorsicht Schlittschuhläufer – am Warener Volksbad wurde ein Entlastungsstreifen in das Eis geschnitten. Stephan Radtke
Es war bereits der zweite Einsatz in dieser Woche, weil die Löcher schnell wieder zufrieren.
Es war bereits der zweite Einsatz in dieser Woche, weil die Löcher schnell wieder zufrieren. Bernd Wüstneck
Waren.

Nach Nachtfahrverboten gab es nun auch in Teilen der Küstengewässer tagsüber Einschränkungen für die Schifffahrt. Wegen des anhaltend starken Frosts hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) erste Eisbrecher im Einsatz.

Der Tonnenleger "Görmitz" breche das Eis im Bereich des nördlichen Peenestroms, die "Arkona" sollte am Freitag den Hafen Stralsund über die Ostansteuerung verlassen und bei der Ausfahrt auf die Ostsee das Eis im Strelasund und im Greifswalder Bodden brechen, wie ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes sagte. "Die Situation hat sich zugespitzt, ist aber nicht dramatisch."

Erste Bereiche der pommerschen Küstengewässer wie das Haff und der südliche Peenestrom wurden für die Tagesschifffahrt gesperrt. Dort sei das Eis inzwischen bis zu 30 Zentimeter stark. Schiffe ohne Eisklasse dürfen dort ab sofort nicht mehr verkehren. Zuvor hatte das WSA bereits ein Nachtfahrverbot für Ansteuerungen nach Stralsund, Greifswald und Vierow sowie im nördlichen Peenestrom ausgesprochen.

Die Reederei Hiddensee stellt am Samstag auf den Eisfahrplan um. Bis sich die Lage entspanne, werde auf dem "söten länneken" nur noch der Hafen Vitte angefahren, nicht aber die Häfen Kloster und Neuendorf, teilte die Reederei mit. Auch die Abfahrtszeiten würden reduziert.

Eis auf der Müritz wird aus Sicherheitsgründen aufgesägt

Auch am Volksbad in Waren hat das Eis bedrohliche Maße angenommen. Damit der Schwimmsteg im Sommer noch da ist und nicht vom der Eislast erdrückt wird, musste die Anlage jetzt freigeschnitten werden. Dabei kamen Carsten Schubel und Til Steffenhagen am Freitag trotz 16 Grad Celsius unterhalb des Gefrierpunktes mächtig ins Schwitzen. Die beiden Männer vom Warener Stadtbauhof rückten gemeinsam mit ihren Kollegen Anja Fels und Florian Buß am frühen Morgen zum Volksbad aus, um hier Entlastungsschnitte ringsum den beliebten und erst jüngst modernisierten Badesteg zu setzen.

„Das Eis drückt mit aller Kraft gegen die Pfähle und die Badeleitern, daher ist es nötig, dass wir hier einen Korridor schneiden“, hieß es vom Stadtbauhof. Bereits zwei Tage zuvor waren die Mitarbeiter dort auf dem Eis gewesen, um zweieinhalb Stunden lang einen Streifen um die 80 Meter lange und am Kopf 25 Meter breite Brücke freizuschneiden. Doch der Dauerfrost ließ das Freiwasser schnell wieder zufrieren.

Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie bleibt es auch in den kommenden Tagen frostig, so dass sich auch an der Ostsee weiter Neueis bilden wird. Erst ab Montag werden die Tagestemperaturen langsam in den Plusbereich steigen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt rechnet damit, dass sich das Eis noch bis zwei Wochen in den Küstengewässern hält. Derzeit werde der Eisbrecher "Görmitz" auf den Einsatz im Schichtbetrieb vorbereitet.

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