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Empörte Malchower Bürger verleihen Land die „Rote Laterne“

Der Vorschlag der Landesregierung, aus der Südbahn eine Müritz-Bahn zu machen, stößt bei den Bürgern auf massive Kritik. Sie fordern den Erhalt der kompletten Strecke.

Am Haus von Elke Duschinski (3. von links) in der Güstrower Straße in Malchow ist der Protest der Malchower Bürger gegen die Zerschlagung der Südbahn am deutlichsten.
Petra Konermann Am Haus von Elke Duschinski (3. von links) in der Güstrower Straße in Malchow ist der Protest der Malchower Bürger gegen die Zerschlagung der Südbahn am deutlichsten.

Natürlich haben sich die Protestler am Malchower Bahnhof getroffen: Der ist neu, er wurde vor noch nicht einmal einem Jahr eingeweiht. Und der soll schon abhängt werden und nur noch Endstation sein? Das geht gar nicht, meinen die Malchower Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Pro Schiene“ und richten ihre Kritik an die Landesregierung. Die hatte gerade erst beschlossen, die Mecklenburger Südbahn, die eigentlich zwischen Hagenow und Neustrelitz fährt, zu kappen. Übrig bleibt dabei eine Müritz-Bahn-Kurzstrecke zwischen Malchow und Waren. Ein „flexibles Bussystem“ zwischen Parchim und Malchow soll die Reisenden dann befördern. Davon, dass dieses Konzept „eine Stärkung des touristischen Angebotes in der Region“ bedeute, kann Giselher Schilke von der BI nichts entdecken. „In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Der Beschluss der Landesregierung bedeutet die Zerschlagung der Südbahn in zwei Rumpfenden“, sagt er.  Nicht weniger Bahnverkehr fordern die BI-Mitglieder, sondern den Ausbau der Strecke. Ein Ein-Stunden-Takt der Züge soll das Bahnfahren für Pendler attraktiv machen.

Dafür, dass das Land einseitig auf den Automobilverkehr setze und die Bahn im Binnenland vernachlässige, verleiht die BI dem Land die „Rote Laterne“. Die können sich die Mitglieder der Landesregierung am 14. November auch gleich selbst abholen – denn an diesem Tag plant die Bürgerinitiative eine Großdemonstration vor dem Schweriner Schloss.

Unterstützung bekommen die BI-Mitglieder auch an diesem Tag von den betroffenen Kommunen. Vertreter der Städte Waren, Malchow, Neustrelitz, Parchim, Lübz, Hagenow, Ludwigslust und Neustadt-Glewe, aber auch der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim haben sich in einer Arbeitsgruppe zusammen getan. „Wir wollen, dass die Südbahn in der Gesamtheit erhalten bleibt“, benennt Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) eine Forderung der Arbeitsgruppe.