STAATSANWALTSCHAFT NEUBRANDENBURG

Ermittlungen zum Anthrax-Drohbrief eingestellt

Fast zehn Monate ist es her, dass an den Zislower Bürgermeister ein Drohbrief mit vermeintlichem „Anthrax” geschickt wurde. Die Ermittlungen der Polizei liefen auf Hochtouren, haben aber bislang nichts erbracht.
Zislow im Ausnahmezustand: Ein Großaufgebot ein Einsatzkräften rückte im Februar an, weil ein Brief vermutlich
Zislow im Ausnahmezustand: Ein Großaufgebot ein Einsatzkräften rückte im Februar an, weil ein Brief vermutlich mit Anthrax an den Bürgermeister geschickt wurde. Susann Salzmann
Uwe Albrecht ist Bürgermeister in Zislow und wurde bedroht. Foto: Petra Konermann
Uwe Albrecht ist Bürgermeister in Zislow und wurde bedroht. Petra Konermann
Zislow.

Noch immer ist der Täter nicht gefunden, der im Februar mit einem vermeintlichen Anthrax-Brief in Zislow Angst und Schrecken ausgelöst hatte. Die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt. Der Brief war privat an den Bürgermeister der Gemeinde Zislow gegangen, an Uwe Albrecht. In dem Umschlag befand sich weißes Pulver, dem Brief beigelegt war ein Zettel, darauf stand in falscher Schreibweise „Antrax“, versehen mit einem geschmacklosen Smiley.

Ein Großaufgebot an Einsatz- und Rettungskräften war damals vor Ort, da zunächst zu befürchten stand, dass es sich um echtes Anthrax, also Milzbrand-Erreger, gehandelt haben könnte. Erst eine Untersuchung des Robert-Koch-Institutes Berlin konnte Entwarnung geben: Das verschickte weiße Pulver war harmlos. Bevor das klar war, mussten aber Uwe Albrecht, Angehörige und andere Personen vorsorglich unter Quarantäne gestellt werden.

Gutachten steht noch aus

Die Kriminalpolizei hatte in dem Fall ermittelt. Von rund 20 Zislowern wurden Schrift- und Speichelproben genommen. Inzwischen liegt zwar das toxikologische Gutachten vor, das DNA-Gutachten aber steht noch aus. Das bestätigte Diana Mehlberg, Pressesprecherin der Polizei-Inspektion Neubrandenburg, auf Nachfrage.

Beim Zislower Bürgermeister Uwe Albrecht hat sich inzwischen Enttäuschung breit gemacht. Denn er hatte ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass die Ermittlungen im Anthrax-Fall eingestellt wurden. „Ich hätte mir sehr gewünscht, dass ein Täter gefunden worden wäre. Grundsätzlich sind wir ja ein kleiner Ort, ich hatte mir vorgestellt, dass man da schneller, oder besser, weiter vorankommt. Aber das scheint nicht der Fall zu sein“, sagte Albrecht gegenüber dem Nordkurier. Hätte man den Täter schnappen können, dann hätte man mit der Sache im Dorf längst abschließen können, meinte der Bürgermeister. Albrecht aber hat für sich selbst unter die „Anthrax-Sache“ dennoch einen Schlussstrich gezogen.

Ermittlungen können jederzeit wieder aufgenommen werden

„Wir müssen in unserer Gemeinde nach vorne schauen, wir haben genügend Arbeit, wir wollen gestalten und nicht zurück blicken“, betonte der Zislower. Er wurde im Mai mit über 70 Prozent aller Wählerstimmen wieder zum Bürgermeister gewählt. Sein Ziel und das seiner Mitstreiter ist es, Ruhe und Konstanz in die Arbeit der Gemeindevertretung zu bringen.

Gerd Zeisler, Leitender Oberstaatsanwalt in Neubrandenburg, bestätigte, dass die Ermittlungen zum Anthrax-Drohbrief eingestellt wurden. „Wir haben keinen weiteren Ermittlungsansatz“, sagte er. Sollten sich aber neue Ansätze ergeben, durch Hinweise zum Beispiel oder aber durch Erkenntnisse des noch ausstehenden DNA-Gutachtens, könnten die Ermittlungen jederzeit wieder aufgenommen werden, betonte Zeisler. Wann das DNA-Gutachten vorliegt, bei dem die Speichelproben der Zislower Bürger ausgewertet werden, konnte er nicht sagen: „Es müssen viele DNA-Gutachten erstellt werden, das hat zugenommen, wir können nur abwarten“, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt.

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