VÖGEL VERMISST

Erst wenig Kraniche im Müritz-Nationalpark

Kalte Füße? Die Kraniche mögen offenbar das momentan schlechte Wetter an der Müritz nicht. Sie machen lieber noch ein bisschen Urlaub an der Küste.
Petra Konermann Petra Konermann
Knietief im Wasser - wegen hoher Wasserstände weichen die Kraniche im Müritz-Nationalpark auf andere Schlafplätze aus.
Knietief im Wasser – wegen hoher Wasserstände weichen die Kraniche im Müritz-Nationalpark auf andere Schlafplätze aus. Roman Vitt
Waren.

Mitglieder der Warener Fachgruppe Ornithologie des NABU, Mitarbeiter des Nationalparkamtes Müritz und weitere engagierte Ehrenamtliche zählen auch in diesem Jahr die rastenden Kraniche im Müritz-Nationalpark. Doch die Zahlen sind zurzeit vergleichsweise niedrig. „Den Rederangsee, einen traditionellen Schlafplatz der Kraniche im Osten des Nationalparks, überfliegen abends nur etwa 700 Tiere”, erklärt Nora Künkler, Dezernentin des Nationalparkamts Müritz. Die Kraniche landen allerdings nicht dort. Die starken Niederschläge der letzten Tage haben den Wasserstand des Sees erhöht. Die Kraniche weichen auf andere Schlafplätze am Ostufer der Müritz aus.

Eigentlich sollten zu dieser Jahreszeit wesentlich mehr Kraniche im Schutzgebiet sein. Zwischen dem 14. und 22. Oktober rechnen die Experten mit einem Maximum des Zuggeschehens. Dann sammeln sich heimische Tiere und Durchzügler in Mecklenburg-Vorpommern, bevor sie ihre Reise in die Winterquartiere antreten. Doch das schlechte Wetter führte dazu, dass die Vögel des Glücks an der Ostsee bleiben. „Einige nordische und osteuropäische Kraniche haben es bis dahin geschafft. Nun müssen sie erst einmal Kraft tanken”, so Künkler weiter. Laut „Kranichschutz Deutschland” halten sich etwa 20 000 Kraniche zurzeit an der Darß-Zingster-Boddenkette und auf Rügen auf.

Für die nächsten Tage wird jedoch besseres Wetter erwartet – und damit auch mehr Kraniche. „Wer den abendlichen Einflug der majestätischen Tiere erleben möchte, sollte für das kommende Wochenende ein Kranichticket erwerben. Die Vögel werden das gute Wetter nutzen um ihren Weg in die Winterquartiere fortzusetzten," empfiehlt Künkler.

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