KONTAMINIERTE ANZÜGE

Eurofighter-Einsatz wird für Feuerwehr gefährlich

Die Feuerwehren, die mit etwa 100 Kameraden nach dem Absturz der Eurofighter-Kampfflugzeuge am Fleesensee im Einsatz waren, haben jetzt mit kontaminierten Anzügen zu kämpfen.
Petra Konermann Petra Konermann
dpa
Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt.
Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Christophe Gateau
Nossentiner Hütte.

Nach dem Absturz zweier Eurofighter bei Nossentiner Hütte (Mecklenburgische Seenplatte) sind mehrere Feuerwehren der Region nur noch eingeschränkt einsatzfähig. "Die Gemeinden müssen die Schutzkleidung etlicher Kameraden neu beschaffen, da die getragenen Anzüge kontaminiert sind", sagte die Vorsteherin des Amtes Malchow und Bürgermeisterin von Nossentiner Hütte, Birgit Kurth, am Freitag.

Ursache seien gesundheitsgefährdende Stoffe, die beim Verbrennen der Verbundstoffe entstünden, aus denen die Eurofighter-Kampfflugzeuge gebaut seien. An den Löscharbeiten hatten sich etwa 100 Feuerwehrleute aus mindestens acht Wehren beteiligt.

Fahrzeuge müssen gereinigt werden

So sei Malchower Feuerwehr momentan nur teilweise einsatzbereit, weil die Fahrzeuge, die beim Löschen an beiden Absturzstellen der Eurofighter am Montag im Einsatz waren, dekontaminiert werden müssen. Das bestätigte auf Nachfrage Kreisbrandmeister Norbert Rieger. "Es mussten Faserverbundstoffe gelöscht werden, aus denen die Flugzeuge bestanden und die bei uns 'fiese Fasern' genannt werden. So ähnlich wie Asbest können sich diese Fasern auf die Lungen legen, aber sie haften auch an der Einsatzkleidung und den Einsatzfahrzeugen", so Rieger weiter.

Fachfirmen seien nun vor Ort in Malchow, um die Fahrzeuge zu reinigen. Die Kleidung der Feuerwehrkräfte, die direkt an den beiden Absturzstellen im Einsatz waren, wurde sichergestellt und muss, so Rieger, entsorgt werden. Für die Wehren, die keine Reserve-Kleidung vor Ort haben, werde Ersatzkleidung nachgeliefert, machte der Kreisbrandmeister deutlich.

Malchows Kreiswehrführer Thomas Piezek hatte gegenüber dem Nordkurier bereits am Dienstag erklärt, dass zwischen 20 und 30 Einsatzmonturen ausgetauscht werden müssten. Die ersten Schätzungen rechnen mit Kosten von rund 50.000 Euro allein für die Beschaffung neuer Einsatzkleidung. "Ich gehe davon aus, dass der Bund die Kosten übernimmt. Wir befinden uns derzeit in der Diskussion mit den Gemeinden und dem Landkreis, wer zunächst einmal in Vorkasse gehen könnte, damit die Kleidung angeschafft werden kann, damit die Wehren wieder einsatzbereit sind", so Rieger weiter.

Suche nach Trümmern geht weiter


Die beiden Eurofighter-Maschinen waren am Montag in der Luft zusammengestoßen
und abgestürzt. Ein 27-jähriger Pilot starb. Der zweite Flugzeugführer konnte sich per Fallschirm retten. Insgesamt wurden vier Feuerwehrleute bei dem Großeinsatz verletzt. Das Unglücksgebiet ist als Sperrgebiet ausgewiesen und wird weiter nach Trümmern abgesucht. Die Bergung soll noch mehrere Tage dauern.

Alle Nordkurier-Artikel zu der Eurofighter-Tragödie finden Sie hier.

 

 

 

Dieser Artikel wurde am Freitag, 28. Juni, aktualisiert.

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