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Ex-Awo-Geschäftsführer muss 390.000 Euro zurückzahlen

Das Landgericht Neubrandenburg hat die Klage des früheren Awo-Geschäftsführers Peter Olijnyk abgeschmettert (Archivbild).
Das Landgericht Neubrandenburg hat die Klage des früheren Awo-Geschäftsführers Peter Olijnyk abgeschmettert (Archivbild).
Andreas Becker

Paukenschlag am Landgericht von Neubrandenburg: Der frühere Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk hat die Klage gegen seinen alten Arbeitgeber verloren.

Die Richterin des Landgerichts Neubrandenburg hat am Donnerstag das Urteil im Prozess zwischen dem früheren Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk und seinem alten Arbeitgeber gefällt: Die Klage von Peter Olijnyk auf Weiterbeschäftigung wurde abgeschmettert, er muss 390.000 Euro zahlen.

Awo forderte Gehälter zurück

Die Ausgangsposition war im Vorfeld klar: Olijnyks ursprüngliches Forderungspaket setzte sich aus vermeintlich ausstehenden Gehältern, Tantiemen sowie Pensionsansprüchen zusammen und soll sich auf eine mittlere sechsstellige Summe belaufen. Im Gegenzug hatte die Awo Müritz Widerklage erhoben, wollte von Olijnyk 390.000 Euro an zu viel gezahlten Gehältern zurückbekommen. Hintergrund: Die Awo ging davon aus, dass es für die Gehälter zwischen Oktober 2011 und Juni 2016 keine Rechtsgrundlage gibt.

Und genau dieser Awo-Argumentation folgte das Gericht unter Vorsitz von Gabriele Memmel zu 100 Prozent. Es habe keinen Beschluss des Vorstandes der Awo Müritz gegeben, dass Olijnyks Vertrag im Jahr 2011 mit einem höheren Gehalt ausgestattet werden sollte. Dies hatte Olijnyk seinerzeit lediglich mit dem Vorstandsvorsitzenden Götz-Peter Lohmann unter Ausschluss des Restvorstandes vereinbart.

SPD: Kein strukturelles Problem

„Ich bin froh, dass wir in diesem Punkt Klarheit gewonnen haben. Wir haben es offensichtlich nicht mit einem strukturellen Problem der AWO in Mecklenburg-Vorpommern zu tun", erklärt Dirk Stamer, SPD-Abgeordneter im Landtag und Obmann im Awo-Untersuchungsausschuss, zum heutigen Urteil. Politische Kreise hätten laut Stamer immer wieder versucht, dies herbeizureden.

Das Urteil zeige, dass eine einzelne Person in einem einzelnen AWO Kreisverband versucht habe, sich unrechtmäßig zu bereichern. Für eine politische Skandalisierung eigne sich der Fall somit nicht.

Kommentare (2)

Herr (SPD) Stamer leidet offensichtlich an Realitätsverlust! Diese und andere AWO-Affairen beherrschen die Presse seit 2015! Zitat Claus Tantzen, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ,,Die Vorwürfe der CDU in Richtung Awo sind ja inhaltlich nicht neu, der Nordkurier hat ja bereits seit längerem mehrfach ähnlich über die Zustände in der Awo Müritz berichtet.” /Parallel hatte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen Ex-Geschäftsführer Peter Olijnyk und Ex-Vorstandschef Götz-Peter Lohmann gestartet. Anzeige hatte die damalige Finanzchefin Simone Ehlert erstattet. Sie musste sich von Awo-Landeschef Rudolf Borchert (SPD) scharfe Vorwürfe gefallen lassen. Borchert hatte den Gang zur Staatsanwaltschaft als „öffentlichkeitsschädigend und kontraproduktiv“ kritisiert. Und dann diese dusselige Bemerkung von Herrn Stamer!!?? Schade, dass diese Verfilzung und Geldgeilheit vieler SPD-Mitglieder am Wähler vorbei ging.

kann eine Person für ihren eigenen Tatbeitrag gänzlich straffrei ausgehen, wenn sie eine Straftat zur Anzeige bringt und dabei mithilft, sie umfassend aufzuklären. Dafür muss der Kronzeuge gegen die übrigen Beteiligten aussagen. Genau das hat die damalige Finanzchefin Simone Ehlert getan.