ÄRGER IM HOCHHAUS

Fahrstuhl in Waren fast eine Woche lang kaputt

Mieter eines Warener Elfgeschossers mussten tagelang einen üblen Ausnahmezustand ertragen. Einige konnten sogar ihre Wohnung nicht verlassen.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Der Fahrstuhl in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 12 war sechs Tage lang defekt.
Der Fahrstuhl in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 12 war sechs Tage lang defekt. Nadine Schuldt
Max Huth sitzt wegen eines Schlaganfalls im Rollstuhl und hatte große Probleme, die Treppe hochzugehen.
Max Huth sitzt wegen eines Schlaganfalls im Rollstuhl und hatte große Probleme, die Treppe hochzugehen. Nadine Schuldt
Waren.

Keine schöne Bescherung: Die Mieter des Hochhauses in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 12 in Waren konnten sechs Tage lang ihren Fahrstuhl nicht benutzen. „Er wurde erst am späten Donnerstagmittag repariert“, sagte Mieter Bernd Holz.

Seit Freitag vergangener Woche war der Aufzug in dem elf Etagen hohen Gebäude kaputt. Für viele ältere Menschen, die in dem Hochhaus der Warener Wohnungsgesellschaft leben oder auch einen Vierbeiner haben, sei das ein großes Problem gewesen, so Holz. „Sie konnten mit ihren Hunden kaum Gassi gehen“, erzählt der langjährige Mieter, der in der ersten Etage lebt.

Ältere Mieter konnten nicht zu ihren Familien

Auch ein Nordkurier-Leser, der nicht genannt werden möchte, war empört über den langen Ausfall des Fahrstuhls. „Die alten Menschen, die schlecht zu Fuß sind, mussten sich unzählige Stockwerke hochquälen“, schrieb er an den Nordkurier. Auch für die Pflegedienst-Mitarbeiter, die dort viele ältere Mieter betreuen, sei der Ausfall beschwerlich. Zudem konnten etliche ältere Mieter nicht zu ihren Familien, weil sie ohne Aufzug nicht das Haus verlassen können.

Bei Bernd Holz war es andersherum. Sein Schwiegervater, der vor mehreren Jahren einen Schlaganfall hatte und seitdem lieber mit dem Rollstuhl fährt, statt zu gehen, kam nur mit Mühe und Not die rund 20 Treppenstufen zu seiner Wohnung hinauf. „Ich habe mich die Treppe hochgezittert und gedacht, dass ich jeden Moment hinfalle“, schildert Schwiegervater Max Huth seine Gefühle. Seit dem Wochenende sei er dann nicht mehr aus der Wohnung heraus gekommen.

Fahrstuhl-Service hat nur einen Zettel angeklebt

Bernd Holz, seine Familie und vor allem die vielen anderen Mieter empfinden es als große Sauerei, dass der Fahrstuhl erst so spät repariert wurde. Zumal bereits am vergangenen Freitagabend ein Wagen mit der Aufschrift „Fahrstuhl-Dienst“ laut Bernd Holz da gewesen sein soll. Doch weder an diesem noch an den anderen Tagen geschah etwas. Der entsprechende Dienst hatte lediglich einen Zettel mit der Aufschrift „Fahrstuhl defekt“ und eine Notdienst-Nummer angebracht, erzählt Mieter Holz.

Warum die Reparatur so lange gedauert hat, ist noch unklar.

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