TEMPO-30-ZONE

Fast alle fahren vor dieser Schule in Röbel zu schnell

In der Bahnhofsstraße wurde in einem Bereich die Höchstgeschwindigkeit zugunsten von Schülern reduziert. Nun wurde ein Smiley-Blitzer ausgewertet.
Vor der Schule ist Tempo 30 angesagt. Doch viele halten sich nicht daran.
Vor der Schule ist Tempo 30 angesagt. Doch viele halten sich nicht daran. Elke Ender
Röbel.

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln: Vor der Schule in der Röbeler Bahnhofsstraße ist ein Autofahrer mit 129 Stundenkilometern entlanggerast. Das sei der Spitzenwert gewesen, den die Smiley-Blitzer-Auswertung ergeben habe, wie Röbels Bauamtsleiter Reiko Tulke im Stadtentwicklungsausschuss mitteilte. Der „Blitzer“ stand von Ende August bis Ende September an der Abfahrt zum Friesensportplatz.

Der Tempo-Messer mit dem lächelnden oder grimmigen Gesicht – je nachdem, ob man vorschriftsgemäß oder zu schnell fährt – wurde bewusst an dieser Stelle in der Bahnhofsstraße platziert. Nur wenige Meter vor der Einfahrt zum Friesensportplatz befindet sich ein Schulgebäude. Um hier für mehr Sicherheit der Schüler zu sorgen, wurde einige Meter vor der Abfahrt ein 30er-Zone-Schild postiert. Im übrigen Straßenverlauf sind 50 Stundenkilometer erlaubt. Mit dem Blitzer-Smiley sollte nun überprüft werden, wie viele Autofahrer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Röbel besitzt seit Jahresanfang so ein Gerät, das regelmäßig an neuralgischen Standorten im Stadtgebiet aufgestellt wird.

„Die Urlauber sehen den Smiley, die Einwohner nicht”

Die Auswertung der Daten aus der Bahnhofsstraße hat nun erstaunliche Details offenbart. 85 Prozent aller Autofahrer brausen mit Tempo 31 bis 51 durch die 30er-Zone. Insgesamt erfasste das Geräte 48 238 Fahrzeuge. Davon zeigte die Tachonadel bei 21280 Fahrzeugen satte 50 Stundenkilometer, weitere 14073 Autos waren mit 40 km/h unterwegs. Sechs Leute brausten sogar mit 100 Stundenkilometer oder mehr durch den beruhigten Bereich. Nur 4400 Menschen hielten Tempo 30 ein, 653 waren langsamer.

Für Reiko Tulke und einige andere Ausschussmitglieder ist fraglich, warum sich ein Großteil der Autofahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. „Die Urlauber sehen den Smiley, aber die Einwohner nicht“, sagte er. Vielleicht habe es damit etwas zu tun, dass es bei den Einwohnern etwas länger dauere, bis sie sich an die neue Geschwindigkeit gewöhnt haben, hieß es im Ausschuss. Wie Reiko Tulke mitteilte, wurde die Auswertung auch der Polizei übergeben.

Doch trotz der warnenden Daten können die Beamten nur wenig ausrichten. „Es ist ein sehr kurzer Abschnitt, der sich nicht für eine Geschwindigkeitsmessung eignet“, teilte Polizeisprecherin Diana Mehlberg auf Nachfrage mit. Es seien einige wichtige Parameter nicht gegeben wie beispielsweise der Abstand vom Verkehrsschild zum Messgerät. „Würden wir dennoch messen, wären die Daten nicht vor Gericht zu verwerten“, erklärte die Polizeisprecherin.

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Kommentare (1)

.... handelt es sich um ein "nichtstandartisiertes Meßverfahren" und ist somit nicht geeignet die Geschwindiglkeit zu messen. Außerdem ist dieses Gerät nicht geeicht und hat auch keine Freigabe von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt Geschwindikeiten gerichtsfest zu messen.
Mobile Messgeräte brauchen in einer bestimmten Entfernung einen festen Messpunkt um so jederzeit Messergebnise gerichtsfest und nachvollziehbar zu überprüfen und das für den Fall, dass ein Betroffener so ein zustande gekommenes Messergebnis beanstandet.

Dazu kommt, das der Bereich zu kurz ausgeschildert zu sein scheint. Da müssen sich die Verantwortlichen dann schon was anderes einfallen lassen.