FORUM IN WAREN

FDP großer Gewinner bei Test-Wahl

Schon vor der Kommunalwahl am 26. Mai durften die Besucher des Nordkurier-Wahlforums in Waren einen Stimmzettel abgeben. Das Ergebnis dürfte Ansporn und Warnschuss zugleich sein.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
80 Prozent der Besucher des Wahlforums machten bei der Testwahl mit. Foto: Susann Salzmann
80 Prozent der Besucher des Wahlforums machten bei der Testwahl mit. Foto: Susann Salzmann Susann Salzmann
Auch Warens Bürgermeister Norbert Möller gab eine Stimme ab. Wen er wohl gewählt hat? Foto: Susann Salzmann
Auch Warens Bürgermeister Norbert Möller gab eine Stimme ab. Wen er wohl gewählt hat? Foto: Susann Salzmann Susann Salzmann
Waren.

Im Endspurt der Kommunalwahlen im Heilbad Waren dürfte das Ergebnis des Nordkurier-Votums Ansporn und Warnschuss zugleich sein. Denn schon vor der offiziellen Wahl am 26. Mai machten die Besucher des Wahlforums am Mittwochabend in der Friedrich-Dethloff-Schule bei einer Testwahl mit. 49 Stimmen wurden abgegeben.

Der große Sieger des Abends auf dem Papier war die FDP, die mit 16 Stimmen doppelt so viele Kreuzchen bekam wie die SPD und viermal so viele wie die CDU. Allerdings sagt die Wahl nicht eindeutig aus, ob die Leute für einen der sieben Vertreter oder für die Partei dahinter abstimmten. Ist nun die FDP der große Gewinner – oder Toralf Schnur? Die AFD bekam wie Die Linke sieben Stimmen, die MUG vier, Bündnis 90/Die Grünen drei.

Holt die AfD mehr Stimmen als sie braucht?

Stark war die Leistung von allen sieben Kandidaten. Knapp zweieinhalb Stunden haben René Drühl (CDU), Olaf Gaulke (MUG), Jutta Gerkan (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Müller (AfD), Rüdiger Prehn (Die Linke), Toralf Schnur (FDP) und Volker Seemann (SPD) Rede und Antwort gestanden. Redaktionsleiter Andreas Segeth hatte Fragen vorbereitet, Anregungen dazu gab es auch vorab durch Leser, die ihr Thema geschickt hatten. Und natürlich durfte das Publikum ebenfalls Fragen stellen, was auch intensiv getan wurde.

Großmundig kündigte Frank Müller an, dass die AfD wohl mehr Stimmen holen werde, als sie für die drei Kandidaten auf ihrer Liste braucht. Was passiert, wenn Einzelbewerber oder Parteien mehr Stimmen ziehen, als sie mit Personen besetzten können, zeigte die Stadtvertreterwahl 2014. Da hatte die Bloggerin Antje Rußbüldt-Gest 961 Stimmen bekommen. Das hätte für zwei Sitze gereicht. Doch als Einzelbewerberin konnte sie nur einen Sitz wahrnehmen. Deshalb war das Parlament mit 28 statt 29 Mitgliedern gestartet. Als Rußbüldt-Gest dann nach wenigen Monaten das Handtuch warf, gab es keinen Nachfolger und ihr Sitz fiel ersatzlos weg. 961 Wähler wurden im Stich gelassen und die Stadtvertretung musste fast eine gesamte Legislatur in kleinerer Besetzung arbeiten.

Am 26. Mai dürfen nach Informationen von Gemeindewahlleiterin Jacqueline Kleemann insgesamt 18 075 Warener in 16 Wahlbezirken ihr Kreuzchen machen.

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