Millionen-Projekt
So soll die Feuerwehr-Ausbildung in MV verbessert werden

Das Land MV wird 20 Millionen Euro in die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow investieren. Unter anderem sind neue Übungsobjekte geplant, die mit Großfahrzeugen befahren werden können. 
Das Land MV wird 20 Millionen Euro in die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow investieren. Unter anderem sind neue Übungsobjekte geplant, die mit Großfahrzeugen befahren werden können.
Jens Büttner

Feuerwehrleuten muss beim geduldigen Warten auf einen Lehrgangsplatz an der Landesfeuerwehrschule nicht mehr die Puste ausgehen. Ein neues Konzept schafft ab sofort mehr Lehrgänge.

Geht es dem Qualifizierungsstau unter Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehren nun an den Kragen? Das Land wird voraussichtlich ungefähr 20 Millionen Euro für die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow locker machen, kündigte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) jetzt an. Damit reagiert er auf immer wieder laut gewordene Kritik – etwa vom Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, Heiko Kärger (CDU). Er sprach sich genau wie Feuerwehrleute im Kreis für eine deutlich höhere Lehrgangskapazität aus.

Dieser Hausaufgabe hat sich das Land als Träger der einzigen Landesfeuerwehrschule nun angenommen. Denn in Zeiten, in denen sich Institutionen über jede ehrenamtliche Hand freuen, kann man es sich nicht erlauben, motivierte ehrenamtliche Feuerwehrführungskräfte zwei und mehr Jahre auf einen Lehrgang warten zu lassen – und so zu demotivieren. Das große Ziel: Aus der Schule soll ein Kompetenzzentrum werden.

Nur 39 Prozent des Gesamtbedarfs gedeckt

Von jetzt auf gleich geht das aber nicht. Von der medialen Ankündigung eines Geldflusses bis zum Erreichen spürbarer Effekte dauere es ungefähr zwei Jahre, erklärt der Leiter der Landesschule, Johannes Schuldt.

Die Situation im Jahr 2018 sah an der Seenplatte ungenügend aus: Insgesamt 242 Wehrleute hätten in fünf Führungskräftelehrgängen qualifiziert werden sollen – das Land hat der Seenplatte aber nur 95 Plätze zur Verfügung gestellt. Das sind gerade einmal 39 Prozent des Gesamtbedarfes.

Ein neuer Kollege kam jetzt dazu

Kritisch, so Kreis-Sprecherin Haidrun Pergande, sähe es insbesondere bei den Verbandsführern aus. Im letzten Jahr sollten 31 einen solchen Lehrgang bekommen – für fünf reichte es zum Lehrgang. Im Jahr 2017 kam von gemeldeten 25 sogar niemand in einen Lehrgang.

Besserung aber sei bereits in Sicht: Im Dezember habe es einen Verbandsführerlehrgang gegeben, berichtet Schuldt. Ein neuer Kollege habe diesen umkonzeptioniert, „sodass wir 25 Prozent mehr Teilnehmer aufnehmen können“. Statt zwölf lernen nun also 15 in einer Gruppe. Und: Durch die Umstellung auf parallele Übungen könnten die lernenden Verbandsführer so viel wie noch nie üben und an praktischer Erfahrung sammeln.

Der Kurs mit mehr Teilnehmern verlief gut, sodass man an diesem Konzept festhalten möchte. „Wir werden für 2019 wahrscheinlich bis zu vier Verbandsführerlehrgänge anbieten“, so Johannes Schuldt. Das auch unter Mitwirkung einer neuen Lehrkraft, die vergangenen Mittwoch angefangen hat.

Neue Flächen werden geschaffen

Da das derzeitig vorhandene Grundstück laut Marion Schlender aus dem Innenministerium keine freien Kapazitäten mehr aufweist, um die bisherigen Planungen umzusetzen, bedarf es weiterer Flächen. Verantwortlich dafür, diese baulichen Voraussetzungen zu schaffen, ist der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (eine nachgeordnete Behörde des Finanzministeriums). Ziel ist es, insbesondere für die praktische Ausbildung weitere Übungsobjekte und mit Großfahrzeugen befahrbare Flächen zu schaffen, so Schlender.

Kommentare (1)

es ist gut zu wissen das die Bürger, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit in der FFW einsetzen, auch gut in ihrer Tätigkeit ausgebildet werden. Aber das große Ziel sollte sein den personellen Bestand an Freiwilligen zu erhöhen da ansonsten die Feuerwehr an sich nicht einsetzbar ist. Was bringt es wenn die Technik zwar vorhanden ist aber niemand diese bedient? Ist es nicht eher so, das viele Feuerwehren im Land große Sorgen haben bei einem plötzlichen Einsatz überhaupt noch aggieren zu können aufgrund der fehlenden Mitglieder?