Ausbildung
Feuerwehren in MV müssen Jahre auf Lehrgänge warten

Mehrere Feuerwehrleute bei einer Übung an der Landesfeuerwehrschule in Malchow. Der Bedarf ist groß – doch viele Kameraden müssen lange auf ihre Ausbildung warten.  Foto: Jens Koehler
Mehrere Feuerwehrleute bei einer Übung an der Landesfeuerwehrschule in Malchow. Der Bedarf ist groß – doch viele Kameraden müssen lange auf ihre Ausbildung warten. Foto: Jens Koehler
Jens Koehler

Die Landesfeuerwehrschule in Malchow ist die einzige in ganz MV. Dort werden Feuerwehrführungskräfte ausgebildet. Aber die Wartezeit auf einen Lehrgang beträgt mitunter mehrere Jahre.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – aber auch keine Führungskraft bei den Freiwilligen Feuerwehren. Damit Gruppen, Züge und die Zusammenarbeit verschiedener Wehren korrekt koordiniert werden können, müssen Führungskräfte her. Bei der Malchower Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz (LSBK) gibt es die entsprechenden Lehrgänge. Seit Jahren aber sind Kapazitätsprobleme bekannt. Alle Lehrgänge sind ausgebucht. Wer mit genügend Vorlauf ans Werk gehe, könne einen Lehrgang binnen zwei Jahren absolvieren, sagt Marion Schlender. Sie ist Sprecherin des Schweriner Innenministeriums, dem die Landesschule unterstellt ist.

Immer noch zu wenig

Die Möglichkeit für den Landkreis, die Feuerwehrkameraden an der Malchower Schule weiterbilden zu lassen, sei ungenügend. „Wir fordern schon jahrelang, dass die Schule auch am Wochenende, mindestens aber samstags beschult“, sagt Landrat Heiko Kärger (CDU). Seit 2015 wurde die Zahl der Ausbilder und Lehrkräfte für die landeseigene Schule erhöht: Von 13 auf aktuell 17. Das sei aber immer noch zu wenig, so Kärger.

Die Fachleute in der Kreisverwaltung sprechen von einen Ausbildungs- und Qualifizierungsstau. Denn: Meldet der Kreis – wie in diesem Jahr – 242 Einsatzkräfte für fünf Führungskräftelehrgänge an die Landesschule, kam ein aus Sicht der Seenplatte unbefriedigendes Ergebnis heraus. MV vergab an die Mecklenburgische Seenplatte gerade einmal 95 Plätze. Das entspricht nur 39 Prozent des gemeldeten Gesamtbedarfes. Vor allem Verbandsführer fehlen, so Kreissprecherin Haidrun Pergande. Im Jahr 2018 haben hier nur fünf von 31 Kameraden die Lehrgangsberechtigung bekommen.

Derzeit nur 56 Teilnehmer pro Tag

Die Schule arbeite weiter an Lösungsmöglichkeiten. Bisher könnten 56 Teilnehmer pro Tag beschult werden. Perspektivisch sollen es 90 sein, informiert Marion Schlender. Für Dieter Stegemann ist diese Zahl noch zu niedrig angesetzt. Er weiß, wovon er spricht: der Neubrandenburger hat bis zum August 2014 mehr als 22 Jahre als Ausbilder bei der Landesschule gearbeitet und ist jetzt Vorsitzender des Kreisausschusses für Sicherheit, Ordnung, Brandschutz in der Seenplatte.

Mehr Beschulung als momentan sei aber nicht drin, erklärt Marion Schlender. Die Anzahl an Unterrichtsräumen und Übungsmöglichkeiten auf dem Gelände der LSBK ließen nicht mehr zu. Allein im Jahr 2018 wurden von allen Landkreisen 1245 Feuerwehrleute zum Lehrgang gemeldet – 506 werden ausgebildet.