Solche großen Brocken liegen am sogenannten Mili-Strand in Rechlin nur wenige Meter vom Ufer entfernt im flachen Wasser
Solche großen Brocken liegen am sogenannten Mili-Strand in Rechlin nur wenige Meter vom Ufer entfernt im flachen Wasser der Müritz. Ingmar Nehls
Schadensbegrenzung: Solange der Müritzgrund nicht beräumt ist, muss eine Absperrung her.
Schadensbegrenzung: Solange der Müritzgrund nicht beräumt ist, muss eine Absperrung her. Wolf-Dieter Ringguth
Krebserregend

Fläche an Müritz-Strand wegen Giftmüll gesperrt

Endlich dürfen wieder Urlauber kommen, und dann das: Weil am Rechliner Badestrand gesundheitsgefährdende Teerklumpen auf dem Müritzgrund liegen, wurde ein Teil abgesperrt.
Rechlin

Ein Mann, ein Wort. Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU) hat sein Versprechen gehalten. Seit Montag flattert das weiß-rote Absperrband am Rechliner Badestrand „Mili”. Was ausschaut wie ein Tatort im Badeparadies, ist der Schauplatz eines Behördenversagens. Denn obwohl das StALU in Neubrandenburg darüber informiert ist, dass auf einer Fläche von etwa 40 mal 20 Metern Bruchstücke liegen, bei denen es sich laut einer Laboruntersuchung um Polyzyklische aromatische Z2-Kohlenwasserstoffe handelt, ist seit Monaten außer einem Papierkrieg nichts passiert.

Das sorgt für Unmut bei den Anwohnern und für Schlagzeilen. Auf beides würde Ringguth gerne verzichten. Denn in seiner Brust würden zwei Herzen schlagen. Das des Bürgermeisters der Gemeinde Rechlin, der sich um das Wohl seiner Bürger kümmern und muss und das des Touristikers, der sich um das Image des Urlaubsortes sorgt. „Allen geht es nach dem langen Lockdown dreckig. Wir sind darauf angewiesen, dass Besucher kommen”, sagte Ringguth. Das erklärt vielleicht, warum der ehemalige Landtagsabgeordnete erst so spät mit der Sache an die Öffentlichkeit gegangen ist. „Ich musste nun aber Druck auf den Kessel geben”, erklärte Wolf-Dieter Ringguth.

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Dass er nun wie der Spielverderber da steht, der den Arbeitseinsatz der Bürger beendete, passt ihm gar nicht. „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht”, sagte Ringguth. Am Freitag hatten sich mehrere Bürger am Strand versammelt und mit Schippen und Schubkarre einige Brocken aus dem Wasser gefischt und an Land gebracht. Doch diesen Einsatz würgte Ringguth ab. Denn die Wasserfläche gehört dem Bund und damit ist der Bund auch zuständig für die Verkehrssicherungspflicht. Bringen die Bürger die Schadstoffe aber an Land, dann muss sich die Gemeinde um die Entsorgung kümmern. „Wir eignen uns den Abfall damit an”, hatte Ringguth den Bürgern erklärt, die sich auch einsichtig zeigten. „Ich bin nicht Teil des Systems, das versagt hat”, wiederholte Ringguth erneut und verwies auf die Schreiben, die zwischen den Behörden hin und her gingen.

 

 

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