JUGENDHIFE IN DER SEENPLATTE

Fördergeld reicht nur für 50 Sozialarbeiter an 110 Schulen

Eigentlich bräuchte man an jeder Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter. Doch viele Kommunen können die allein nicht bezahlen.
Die Schulsozialarbeit im Land soll auf neue Füße gestellt werden. Eine wichtige Geldquelle läuft Ende 2020 aus
Die Schulsozialarbeit im Land soll auf neue Füße gestellt werden. Eine wichtige Geldquelle läuft Ende 2020 aus. Jens Kalaene
Seenplatte.

Die Schulsozialarbeit steht wieder einmal vor einer ungewissen Zukunft. Ende kommenden Jahr läuft die gewohnte Finanzierung über den Europäischen Sozialfonds (ESF) aus. 35 der insgesamt 50 Schulsozialarbeiter im Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte werden über den ESF bezahlt. Wie es danach weiter geht, sei noch weitestgehend unklar, sagte die stellvertretende Jugendamtsleiterin Marion Schild am Montag bei der Sitzung des zeitweiligen Unterausschusses Jugend. Sogar die künftige Struktur sei unsicher: Im Landesverband der Schulsozialarbeiter werde momentan diskutiert, ob man eher dem Bildungs- oder dem Jugendressort zugeschlagen werden sollte. Jetzt soll ein neues Konzept zum Thema Schulsozialarbeit erstellt werden. „Ich bin sehr unruhig, wo die Reise hingehen soll”, so Marion Schild.

Sie spricht sich dafür aus, endlich weg von der Förderung im Jahresrhythmus zu kommen, der in der Schulsozialarbeit und in der Jugendarbeit leider üblich ist. Das berge sehr viele Unsicherheiten und hindere an der eigentlichen Arbeit mit den Menschen. Jedes Jahr aufs Neue die Ungewissheit, ob und wie es ab nächsten Januar noch weiter geht – das sei belastend.

Kein Antrag aus dem Bereich Demmin

Im Jahr 2020 soll es an den 110 Schulen des Landkreises 50 Schulsozialarbeiter geben, für mehr reichen die Fördergelder nicht. Allerdings gibt es 51 Anträge. Bislang keine Berücksichtigung findet ein Antrag der Stadt Malchow für die Finanzierung eines zweiten Schulsozialarbeiters in der Fleesenseeschule, eine Verbundene Regionale Schule mit Gymnasium. Dort gibt es für die fast 700 Schüler schon jetzt zwei Schulsozialarbeiter, die zweite Stelle wird durch die Stadt allein finanziert. Das Jugendamt sei nach Vor-Ort-Kontrollen und Gesprächen an der Schulesowie mit dem Rathaus aber überzeugt, dass der Bedarf der zweiten Stelle gegeben sei. Deshalb sei die zweite Stelle in Malchow als „Nachrücker” für eine Förderung vorgesehen, falls eine andere Stelle nicht besetzt werden kann.

Die gesamte Liste soll am Donnerstag vom Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschlossen werden. Das gilt auch für die Finanzierung von Jahresprojekten der Jugendarbeit sowie von Personalkosten der Jugendsozialarbeit. Mit letzteren werden Jugendklubs und die mobile Jugendarbeit gefördert. Auffallend: Von den 21 vorliegenden Anträgen für das Jahr 2020 stammen zwölf aus Neubrandenburg, fünf aus dem ehemaligen Mecklenburg-Strelitz und vier aus der Müritzregion – und kein einziger aus dem Demminer Bereich. Für die mobile Jugendarbeit in Penzlin hat die Caritas die Stundenzahl aufgestockt – der Ausschuss sieht das mit Wohlwollen. „Es wird zunehmend schwierig, geeignete Fachkräfte für diese Arbeit zu finden”, sagte Marion Schild. Immerhin brauche man dafür studierte Sozialpädagogen. Genauso schwierig sei es aber, Geld von Kommunen zu bekommen. In Blankensee suche man schon seit mehr als einem Jahr ein Fachkraft und finde niemanden, machte Michaela Kosik aus dem Jugendamt das Fachkräfteproblem deutlich.

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