DENKMALSCHUTZ

Fördermittel für Gutshaus-Sanierung in Below bewilligt

Die Fenster des ehemaligen Gesindehauses können nun erneuert werden. Das Haus selbst hat eine bewegte Geschichte hinter sich.
dpa
Für die Sanierung der Fenster im Gesindehaus des Gutshauses werden Fördermittel zur Verfügung gestellt.
Für die Sanierung der Fenster im Gesindehaus des Gutshauses werden Fördermittel zur Verfügung gestellt. NK-Archiv
Below.

Das denkmalgeschützte Gutshaus in Below (Mecklenburgische Seenplatte) kann mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einen Großteil seiner historischen Fenster sanieren. Dabei handelt es sich um die Fenster des Gesindehauses, das um 1840 südlich an das Gutshaus angebaut worden war, wie die Stiftung am Dienstag mitteilte. 15.000 Euro bekämen die Eigentümer. Das um 1680 erbaute Gutshaus hat eine bewegte Geschichte. Below liegt an der Route des einstigen Todesmarsches von rund 30 000 Häftlingen des NS-Konzentrationslagers Sachsenhausen. Sie waren im April 1945 von der SS nach Westen getrieben worden, etwa 16 000 Häftlinge lagerten hungernd und frierend im Belower Wald.

Geheime Suppenküche als Lebensrettung

Die damalige Eigentümerin Sibylle von Risselmann hatte eine geheime Suppenküche eingerichtet, die für einige Häftlinge zur Lebensrettung wurde, wie die Stiftung mitteilte. Nach Kriegsende verließ von Risselmann Below, wo inzwischen ein Museum an die Todesmarsch-Zeit erinnert. Nach Kriegsende übernahm die Rote Armee das Haus und Nebengebäude. Nach Jahren des Verfalls wurden etliche Gebäude in der DDR-Zeit abgerissen, nur das Gutshaus blieb stehen, da sich eine Mieterin bis zuletzt weigerte, auszuziehen.

Mit der Förderung soll auch die Leistung der jetzigen Eigentümer anerkannt werden, die das Haus nach 1990 erwarben und 2014 mit einem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ ausgezeichnet worden waren. Sie öffnen das Haus auch für Kulturveranstaltungen.

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