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Verschwörungstheorien sollten Thema in Schulen werden

Tobias Lorenz von der Universität Greifswald illustrierte, was bei dem dreitägigen Seminar bei der Europäischen Akademie thematisch auf dem Plan stand.
Tobias Lorenz von der Universität Greifswald illustrierte, was bei dem dreitägigen Seminar bei der Europäischen Akademie thematisch auf dem Plan stand.
Susann Salzmann

Fakt oder Fälschung? Die Welt von heute erfordert eine Auseinandersetzung mit Fake News und Verschwörungstheorien. Diese sollte schon im Jugendalter beginnen und darf um Schulen keinen Bogen machen. Eine dreitägige Veranstaltung in Waren machte das deutlich.

Falsche Annahmen suchen sich mitunter schleichend oder offensiv einen Weg ins Bewusstsein der Menschen. Auch von Kindern und Jugendlichen. Ähnlich einem Virus. Darum ist es Tobias Lorenz von der Universität Greifswald wichtig, in dieser Thematik aufzuklären – oder besser: zu schulen. Etwa 53 Studierende – darunter zahlreiche Lehramtsanwärter – sowie Geschichtsdidaktiker haben von Donnerstag bis Sonnabend an einer dreitägigen Veranstaltung in der Europäischen Akademie in Waren zum Thema Fake News und Verschwörungstheorien teilgenommen.

„Verschwörungstheorien gehören heute zum medialen Alltag der Schüler“, mahnte Jelko Peters von der Universität Siegen. Er betonte die Wichtigkeit, dass Verschwörungstheorien heute Bestandteil des Geschichtsunterrichtes sein müssten. In MV wurde dieses Thema jetzt erstmals wissenschaftlich angesprochen.

Nicht allzu "lehrerhaft" vermitteln

Eine allgemeingültige Handlungsweise, wie Lehrer mit Schülern zum Sachverhalt umgehen, gebe es aber nicht. Peters rät jedoch: „Verschwörungstheorien offenlegen und gemeinsam entlarven“. Eine allzu "lehrerhafte" Vermittlung im Alleingang könnte aber zum Fehlschlag werden, wenn Schüler nicht über entsprechendes Vorwissen verfügten und die Thematik zu komplex sei. In der Konsequenz schalte der Schüler ab.

Warum geben sich Jugendliche aber überhaupt damit ab? Aus Naivität, Rebellion, Machtspielen oder aber wegen eines Bedürfnisses nach Orientierung, zählte Peters auf. Das Verführerische an Verschwörungstheorien sei, „dass sie eine einfache Lösung bieten, weil sie die komplexe Wirklichkeit nicht abbilden“. Das Gedankenspiel: „Wie wäre die Welt, wenn die Verschwörungstheorie wahr wäre?” mit Heute-Abgleich könne aber erste Hinweise zum Dechiffrieren liefern, gibt Peters an die Hand.

Vorurteile brauchen keine Prozentmarke

Verschwörungstheorien konkret im Geschichtsunterricht zu behandeln, ist in den Rahmenlehrplänen derzeit noch nicht vorgeschrieben. Dieser Druck, so Jelko Peters, müsste vonseiten der Lehrerschaft kommen, sodass das Anliegen schließlich in die Ministerien wandere.

Stereotype Vorurteile brauchen keine Prozentmarke, bis sie wirken. „Im Nationalsozialismus lag der Anteil der Juden auch unter einem Prozent und sie wurden trotzdem diskriminiert“, so Peters.

 

Kommentare (4)

...kann man nicht lehren oder ausreden. Alternative Fachs wären z.B. auch Religionen, Placebo, Zufälle, Zahlen, Buchstaben, Universum. Dass 1+1=2 sei, ist lediglich ein Versuch der Menschen untereinander einen Teil ihrer Umwelt zu erklären. Vielleicht gibt es gar keine Mengen so wie es keine Farben gibt. Lediglich unser Gehirn interpretiert die verschiedenen Wellen des Lichtes zu mehr Farben als schwarz und weiss. Letzlich entscheiden die Menschen durch Mehrheiten (Menge), was sich durchsetzt.

In der Weimarer Zeit (1919-1933) gab es in der Tat weniger als 300.000 Juden (ca. 0,5% der Gesamtbevölkerung) in Deutschland. Allerdings waren diese vor allem in Branchen wie Presse&Buch, Film&Theater, Jura (Rechtsanwälte), Bildung (Universitätsprofessoren) und Medizin (Ärzte) tätig. Dort stellten Juden einen Anteil von bis zu 80%. Die Nationalsozialisten schauten sich das Ganze nach der Machtergreifung vom 30. Januar 1933 noch eine Weile an und entzogen jenen Leuten dann sukzessive (schrittweise) bis deren Tätigkeits-Erlaubnis in den genannten Branchen (in der heutigen Geschichts-Wissenschaft oft als Gleichschaltung bezeichnet). Das ist weder eine Verschwörungstheorie noch Fake News, kann aber mit einem alternativen Faktum unterlegt werden: es gab im Jahr 1932 allein in Berlin 4.000 jüdische Ärzte, denen bis 1938 hin allesamt ihre Approbation (Gewerbe-Zulassung) entzogen wurde. Die Mutter von AH starb ja selbst nach einer Krebs-Diagnose eines jüdischen Arztes 1905 in Österreich, als AH gerade erst 16 war (geb. 20. April 1889 in Braunau, bis 1806 Teil des Ersten Deutschen (Kaiser)-Reiches, von 1815 bis 1918 zum Kaiserreich Österreich-Ungarn, heute zu Österreich.)

gebt unseren Kindern und Kindeskindern eine gute und umfassende Schulauabildung - u.a. Politik, w. Dialectic. Geschichte, Mainstream, Sozialkunde, Nationalismus, Sozialismus, Kapitalismus, , gebt zu historischen Geschichtsereignissen Websits frei welche in D gesperrt sind - lasst mehr int. Presse in D zu und sorgt fuer einfachennd umfassenden Zugang zu Bildung und Kinderbetreuung - dann Bedarf es dieser Spinnereien nicht

Ich staune nur, wie Politik immer mehr bei unseren kleinsten auf der Schulbank landet. Als wüssten unsere Kinder nicht selbst was für sie besser ist. Unsere Steuergelder sollten in Bildung und nicht in Systemverblödung investiert werden. Wir haben in Deutschland immer mehr Analphabeten und Schüler ohne Schulabschluß. Kein Wunder denn wenn man ihnen den ganzen Tag nur noch Gender-Politik und wie erkennt man eine Verschwörungstheorie auftischt, lernt man auch nichts mehr.