MODELLBAUCLUB LÄDT EIN

Formel 1-Feeling auf dem Penzliner Stadtsee

Modellbauer aus ganz Deutschland treffen sich am Wochenende wieder zur Seeschlacht in Penzlin. Seit 50 Jahren gibt es dieses Spektakel schon.
Nicht nur Rennkisten, sondern auch solche hübschen Klassiker wie das Baukastenmodel Paloma stechen in See. Carsten Fischm
Nicht nur Rennkisten, sondern auch solche hübschen Klassiker wie das Baukastenmodel Paloma stechen in See. Carsten Fischmann hat es vor 20 Jahren zusammengebaut. Ingmar Nehls
Penzlin.

Der idyllische Stadtsee von Penzlin wird am Wochenende wieder zur Rennpiste. Denn der Modellbauclub Penzlin hat Modellbauer aus der ganzen Republik eingeladen, die ihre Boote auf Dreieckskurse schicken. Die Seeschlacht auf dem Stadtsee hat eine lange Tradition, denn seit 1970 gibt es den Pokal der Stadt Penzlin schon. Dadurch sind langjährige und enge Freundschaften zu anderen Vereinen gewachsen und so kommen auch wieder Gäste mit langen Anreisen von Wolgast bis Jena, vor allem aus den östlichen Ländern.

Kleine Flitzer im Mittelpunkt

„Wir sind 27 Teilnehmer mit insgesamt 70 Booten“, erzählte Carsten Fischmann stolz, der 2017 den Vereinsvorsitz von Eric Langel übernommen hat. Der Modellbauclub selbst existiert schon seit 1962, damals als GST-Gruppe Sektion Schiffsmodellbau und seit der Wende als gemeinnütziger Verein.

Bereits am Freitag wurden die ersten Boote an der städtischen Badestelle in Penzlin zu Wasser gelassen. Es waren die kleinen schnellen Renner, die je nach Motor locker Geschwindigkeiten von 70 bis 100 Stundenkilometer erreichen. Ganz so schnell können sie auf dem Stadtsee natürlich nicht über das Wasser flitzen, denn die Kapitäne, die mit der Fernbedienung am trockenen Ufer stehen, müssen die Rennboote auf einem Dreieckskurs im Slalom um Bojen steuern, die nur einen Meter auseinanderliegen. „Da kommt es auf Geschicklichkeit und gute Wetterbedingungen an“, sagte Carsten Fischmann. Die besten schaffen das in 13 Sekunden und sind dabei mit 40 bis 50 Stundenkilometern unterwegs. Ein ziemliches Spektakel für die Teilnehmer und Zuschauer.

Corona-Abstimmungen im Vorfeld

Die Corona-Pandemie hat der Jubiläumsausgabe des Penzliner Pokals nicht geschadet. Ganz im Gegenteil, wie Carsten Fischmann sagte. „Wir sind die ersten, die einen offiziellen Wettkampf in den Rennklassen austragen können. In Brandenburg und Sachsen sind leider viele Veranstaltungen ausgefallen. Natürlich achten wir auf die Abstandsregeln und haben uns im Vorfeld auch mit der Stadt und dem Gesundheitsamt gut abgestimmt“, sagte Carsten Fischmann.

Abschreckend: Das Hobby ist sehr zeitaufwendig

Gemütlich geht es am Samstag zu, wenn die vorbildgetreuen, ferngesteuerten Nachbauten mit Elektro- oder Verbrennungsmotor ablegen. „Die Showboote“, wie Fischmann sagt. Bei diesen Bootsklassen geht es nicht um die Zeit, sondern darum, in drei Durchgängen möglichst wenig Tonnen zu berühren, denn mit jedem Kontakt verliert man einen Punkt.

Junge Leute für den Modellbau zu gewinnen sei gar nicht so leicht, weiß Fischmann. Denn die anfängliche Begeisterung ist schnell verflogen, wenn der Nachwuchs merkt, wie viel Zeit man braucht, bis selbst ein Baukasten-Modell ablegen kann. An seiner 85 Zentimeter langen Paloma, eine Kutteryacht im Maßstab 1:20 vom Hersteller Robbe, die mit zwei Antriebsmotoren ausgestattet ist, hat Carsten Fischmann gut 600 Stunden verteilt auf ein Jahr gebastelt. Richtig aufwendig wird es, wenn die Modellbauer keinen fertigen Satz kaufen, sondern nurmit einem Bauplan loslegen.

Spannende Rennen am Samstag und am Sonntag

Seit 2002 gehört Carsten Fischmann zum Penzliner Verein, hat das Interesse fürs Basteln vom Elternhaus her mitgebracht. Doch dort ging es vor allem um Flugzeugmodelle, an denen sich die Penzliner zu DDR-Zeiten wohl auch schon mal versucht hatten. Bis in den Samstagabend hinein und auch noch am Sonntagvormittag werden die Schiffe sich spannende Rennen liefern. Vielleicht wird ja einer der Besucher vom Renn- und Bastelfieber angesteckt, denn die Modellbauer haben noch Platz im Boot und freuen sich über Verstärkung.

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