Die Warener Verwaltung will einen Weg vom Stadthafen bis zur Kuhtränke.
Die Warener Verwaltung will einen Weg vom Stadthafen bis zur Kuhtränke. Ingmar Nehls
Die Grünen um Fraktionschef Stefan Dahlmann wollen freien Zugang bis zur Kuhtränke.
Die Grünen um Fraktionschef Stefan Dahlmann wollen freien Zugang bis zur Kuhtränke. privat
Toralf Schnur und seine FDP/MUG-Fraktion wollen keinen zweiten Weg.
Toralf Schnur und seine FDP/MUG-Fraktion wollen keinen zweiten Weg. Ingmar Nehls
Streit um Promenade

Fraktion fordert Rückbau des Müritz-Uferwegs statt Ausbau

Die FDP/MUG will nicht nur verhindern, dass die Lücken des Uferwanderwegs zwischen der Kuhtränke und Stadthafen geschlossen werden. Sie wollen auch einen Rückbau.
Waren

In den Fachausschüssen hatte die FDP/MUG bereits deutlich gemacht, dass sie die Fortführung des Uferwanderwegs zwischen der Kuhtränke und dem Warener Stadthafen ablehnen (der Nordkurier berichtete). Jetzt gehen die Politiker mit ihrer Forderung sogar noch einen Schritt weiter.

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Firmengelände im Weg

Wie aus einem Antrag für die nächste Stadtvertretersitzung am 29. Juni hervorgeht, soll die Stadt das bereits fertige Teilstück des Weges vom Stadthafen in Richtung Müritzfischer bis zum Jahresende zurückbauen und revitalisieren. Aktuell ist dieser Weg eher eine Sackgasse, weil die Bürger und Urlauber über Firmengelände gehen müssen. Darum plant die Verwaltung, den Weg bis zum Fischerhof fertigzustellen. Die Maßnahme steht auch im aktuellen Haushalt.

Anlieger sollen Flächen kaufen können

Weiter will die FDP/MUG, dass die städtischen Grundstücke vom Bereich des Hafens in Höhe der Einfahrt des zuletzt errichteten Appartementgebäudes bis zur Hafenanlage des Angelsportvereins „Bleiche-Waren“ e.V. den betroffenen Anliegern, im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss, zum Kauf angeboten werden, sofern sie den Bau des Uferwanderwegs in der Straße „Am Seeufer“ betreffen. Dies soll bis Jahresende geschehen. Findet dieser Antrag eine Mehrheit, wäre der Uferwanderweg dauerhaft verbaut.

Investitionshemmnis?

Genau das möchte die Fraktion FDP/MUG. „Es sollte eine endgültige und vor allem klar verbindliche Entscheidung getroffen werden, die diese seit Jahrzehnten geführte Diskussion jetzt abschließend beendet. Eine klare Entscheidung führt ganz nebenbei auch zu klaren Verhältnissen für die anliegenden Unternehmen, deren Investitionsbereitschaft sich mit der nunmehr vorgelegten Beschlussfassung deutlich erhöhen dürfte. Insbesondere für die beiden größeren Anlieger, der Müritz-Marina und den Müritzfischer, ist das Vorhandensein von Grundstücksrechten der Stadt faktisch ein Investitionshemmnis. Dieses Hemmnis gilt es zu beseitigen, um den Standort gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen weiterentwickeln zu können. Das enorme Potential für die städtische Entwicklung sollte viel stärker in den Vordergrund rücken“, heißt es in dem Antrag.

Fraktion lehnt zweiten Wanderweg ab

Während die Verwaltung und auch die Fraktion der Grünen darauf hinwiesen, dass der Uferwanderweg als attraktive Fußwegverbindung in Gutachten und Konzepten der letzten Jahre, wie dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und dem Kurortentwicklungskonzept, empfohlen wurde und vor allem die gefährliche Verkehrssituation in der Straße Am Seeufer zwischen Fußgängern und Radfahrern entschärfen könnte, gibt es nach Einschätzung des Fraktionsvorsitzenden Toralf Schnur keinen Bedarf. „Die FDP/MUG-Fraktion wird den Bau des zweiten Wanderweges ablehnen, um sicherzustellen, dass die zur Verfügung stehenden öffentlichen Gelder nicht zum Fenster rausgeschmissen werden. Es ist für die Einwohner unserer Stadt wohl kaum nachzuvollziehen, dass wir keinen Bau einer Schule oder Schwimmhalle hinbekommen, aber am Seeufer einen zweiten Wanderweg bauen, obwohl schon ein völlig intakter und gut frequentierter Wanderweg da ist“, meint Schnur und behauptet weiter, dass ein zweiter Wanderweg entlang des Geländes des Angelsportvereins eine erhöhte Gefahr für das Eigentum der Angler und anderer Anlieger darstelle.

Nach Aussage der Stadtverwaltung würde die Vervollständigung des Weges etwa 350 000 Euro kosten. Schnur schätzt die Kosten für den Rückbau des ersten Weges und die Revitalisierung der Fläche auf10 000 Euro.

Gab es verbindliche Versprechen?

2003 hatte die Stadtvertretung mehrheitlich entschieden, dass der Müritz-Uferwanderweg im Teilabschnitt Hafen bis Kuhtränke entlang der Straße Am Seeufer geführt werden soll. Was damals galt, soll auch jetzt noch gelten, meinen die Fraktionen CDU, FDP/MUG und auch Mitglieder der SPD, die sich damit gegen die Pläne des SPD-Bürgermeisters Norbert Möller stellen. „Die Beschlusslage aus dem Jahr 2003 stellt auch ein Versprechen der Stadt an die Anwohner dar, nämlich nur einen Wanderweg straßenbegleitend zu bauen. Vor diesem Hintergrund werden wir genauso wie in der Vergangenheit darauf drängen, dass Versprechungen, die den Bürgern verbindlich gemacht wurden, auf Dauer Bestand haben. Nur so sichern wir ein gewisses Maß an Vertrauen in den Rechtstaat“, sagt Schnur.

In der Sitzung des Hauptausschusses merkte Grünen-Chef Stefan Dahlmann dazu an, dass man den Bürgern nie etwas versprochen habe, weil die Uferbereiche der Grundstücke ihnen nie gehört hätten. „Darum nehmen wir ihnen jetzt auch nichts weg, weil sie es nie ihr Eigentum war. Zudem haben sie auch 30 Jahre lang keinen einzigen Euro Pacht dafür bezahlt“, sagte Dahlmann.

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