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Frauen bei Alkoholfahrten oftmals sturzbetrunken

Keine halben Sachen: Wenn Autofahrerinnen bei Alkoholkontrollen durch die Polizei ertappt werden, haben die meist richtig "getankt". Dennoch - die Zahl der Männer, die erwischt werden, ist bedeutend höher.

Das ist noch mal glimpflich abgegangen – dank der Kaltblütigkeit der Augenzeugen. Jene Dame, die den Tag der Deutschen Einheit wohl zu heftig gefeiert hatte und mit satten 2,75 Promille auf das Gelände eines Fastfood-Restaurants rauschte, verursachte dabei nur fast einen Verkehrsunfall. Die Dame konnte durch aufmerksame Gäste und Angestellte am Weiterfahren gehindert werden: Kurzerhand haben Augenzeugen der 46-Jährigen nämlich die Autoschlüssel entzogen (der Nordkurier berichtete).

„Dazu waren die durchaus berechtigt“, bedankt sich Warens Hauptrevierleiter, Polizeirat Wulf Nehls, bei den Leuten mit Zivilcourage. „Jeder, der den berechtigten Verdacht hegt, hier will jemand betrunken am Straßenverkehr teilnehmen, darf den Schlüssel an sich nehmen und den Verkehrsteilnehmer an der Weiterfahrt hindern.“ Zwei Gründe führt der Polizeibeamte dafür an. „Wer betrunken Auto fährt, begeht eine Straftat. Und wer Kenntnis von einer möglichen Straftat erlangt, besitzt die Bürgerpflicht, dies zu verhindern und die Polizei zu benachrichtigen.“ Ein anderer Grund: Die Gefahrenabwehr. „Wenn man offensichtlich betrunkene Autofahrer gewähren lässt, sind die weg“, so Wulf Nehls. Und möglicherweise könnte gerade dann ein schwerer Verkehrsunfall passieren.

Sturzbetrunkene Frauen am Lenkrad sind dabei keine Seltenheit. Zwar besitzen nach wie vor Männer die absolute Mehrheit unter den erwischten Alkoholsündern. Im Bereich der Straftaten jedoch, wenn die Messungen 1,1 Promille im Blut oder mehr betragen, sind Frauen relativ häufig in hohen Bereichen vertreten.

Wenn Frauen vor der Fahrt trinken, dann richtig, so der Anschein. Und anders als bei Männern, die häufig „nur“ nach Gelagen den schnellsten Weg nach Hause suchen, brechen Frauen unter Alkohol dann sogar noch zu regelrechten Zielfahrten auf. Die Frauen, die wegen ihrer unsicheren Fahrweise oder bei Routinekontrollen erwischt werde, sind dabei häufig auf dem Weg zum Einkaufen oder sogar zur Arbeit, staunen Beamte immer wieder. Im Amtsgericht zu Waren ist sogar schon einmal ein Fall auf dem Richtertisch gelandet, als eine völlig betrunkene Frau ihre Kinder zur Schule gebracht hat.

Landesweit mussten im vergangenen Jahr mehr als 3200 Verkehrsteilnehmer wegen zu hoher Promillezahl aus dem Verkehr gezogen werden.