BABY-WILDSCHWEIN

Fridolin ist der Star am Müritz-Strand!

Das kleine Wildschwein war fast verhungert und wurde von lieben Menschen gerettet. Heute hört Fridolin aufs Wort und geht mit seinem Herrchen in der Müritz baden – zur großen Freude der anderen Strand-Gäste.
Am Strand beim Campingplatz Gaarzer Mühle bei Rechlin genießt Fridolin das sonnige Wetter.
Am Strand beim Campingplatz Gaarzer Mühle bei Rechlin genießt Fridolin das sonnige Wetter. Susan Ebel
Fridolin lässt es sich auf der Terrasse des Strand-Cafés gutgehen.
Fridolin lässt es sich auf der Terrasse des Strand-Cafés gutgehen. Susan Ebel
Schon die Eltern von Jens-Uwe Schulz haben sich früher um kleine Wildschweine gekümmert. Jetzt sucht der Fahrschulle
Schon die Eltern von Jens-Uwe Schulz haben sich früher um kleine Wildschweine gekümmert. Jetzt sucht der Fahrschullehrer nach einem Tierpark für seinen tierischen Freund. Susan Ebel
Im „Café-Loni” ist Frischling Fridolin natürlich besonders bei den jüngeren Gästen sehr beli
Im „Café-Loni” ist Frischling Fridolin natürlich besonders bei den jüngeren Gästen sehr beliebt. Susan Ebel
Waren.

Die ersten Tage im Leben von „Fridolin“ waren hart. Völlig verängstigt und abgemagert lagt der Frischling auf einem Feld nahe Rechlin. Von der Bache war weit und breit keine Spur.

Und so kam es wie es kommen musste, der Frischling landete bei Jens-Uwe Schulz in Rechlin. Der 55-jährige Fahrschullehrer nahm Fridolin in seine Obhut. Schon seine Eltern kümmerten sich damals, noch zu DDR-Zeiten, um kleine Wildschweine. Vermutlich hat es sich in dem Ort herumgesprochen, dass seine Eltern früher kleine Wildschweine aufzogen.

Wildschwein hört mittlerweile aufs Wort

Jens-Uwe Schulz fütterte den Frischling nahezu stündlich mit Milch. Später kamen Brei und andere Sachen hinzu. Lange war unklar ob Fridolin überhaupt überleben wird. „Ich habe ihn einen Schlafplatz auf dem Fußboden hergerichtet, die Fußbodenheizung tat ihm gut. Ein paar Tage später konnte man schon sehen, wie er sich so langsam erholt“, so Schulz. Immer wenn Schulz zusammen mit Fridolin in dem kleinen Cafe in der Gaarzer Mühle aufschlägt, steht der Frischling im Mittelpunkt der Gäste. Alle wollen Fridolin streicheln, ihn sogar auf den Arm nehmen. Die Kinder sind begeistert. Inzwischen nimmt Fridolin sein Herrchen als Leitbache wahr. Wenn Jens-Uwe das kleine Wildschwein ruft, kommt Fridolin ohne zu zögern angelaufen. „Er hört tatsächlich aufs Wort“, so Schulz.

Eine Eigenschaft von der auch Roland Schneider vom Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern weiß. „Die Tiere brauchen in dem Alter eine Mutter. Wenn die aber beispielsweise durch einen Unfall stirbt, sterben innerhalb kurzer Zeit auch die Frischlinge. Im Fall von Fridolin ist das Herrchen jetzt die Leitbache. Der Frischling orientiert sich an Jens-Uwe Schulz und lernt natürlich auch von ihm“, sagte Schneider.

Fridolin ist bald bis zu 150 Kilogramm schwer

Noch ist Fridolin mit seinen knapp zehn Kilogramm ein Baby. In wenigen Monaten aber wird der Keiler groß und noch viel kräftiger sein. „Dann wird es gefährlich, auch für den Menschen. Natürlich könnte man Fridolin ohne Probleme wieder auswildern, doch seine Scheu vor Menschen hat er verloren. Wenn alle anderen Wildschweine weglaufen, wird Fridolin stehenbleiben“, ergänzt Schneider.

Für ihn wäre es besser, wenn Fridolin in einen Tierpark kommt. So sieht es auch Jens-Uwe Schulz. „Es bleibt ein Wildtier, aber ich möchte natürlich nicht, dass Fridolin direkt abgeschossen wird. Schulz will sich in den nächsten Wochen um eine dauerhafte Bleibe für Fridolin bemühen.

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