BAUMFÄLLUNGEN

Fünf Linden in Waren gefällt

Mal ist es die Verwaltung selbst, mal sind es einzelne Bürger, die zur Säge greifen. Erneut sorgen Baumfällungen in der Stadt für Ärger. Mehreren Linden in der Goethestraße ging es an den Stamm. Zum Ausgleich werden neue Bäume gepflanzt – nur eben nicht im Stadtgebiet.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Das war‘s. Die gefällten Linden haben Schatten gespendet, Lärm und Abgase geschluckt. Jetzt sind sie weg.
Das war‘s. Die gefällten Linden haben Schatten gespendet, Lärm und Abgase geschluckt. Jetzt sind sie weg. Andreas Segeth
Waren.

Wenn die Kettensägen in der Stadt Waren kreischen, dann lässt der Protest nicht lange auf sich warten. Die Sorge über den Umgang mit dem Stadtgrün eint im Warener Umweltausschuss Stadtpolitiker aus den verschiedensten Fraktionen. Erst am vergangenen Dienstag sind fünf Linden in der Goethestraße gefällt worden. Die Stadtverwaltung begründete die Fällung damit, dass die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben war. Zudem hätte die Gefahr bestanden, dass die Straßendecke durch das Wurzelwerk beschädigt werden könnte.

Kein Platz für neue Pflanzen

Für die fünf Bäume müssen nun 15 Bäume gepflanzt werden. Doch das passiert in der Regel auf einer Fläche außerhalb der Stadt am Klärwerk in Schwenzin. Genau das sorgt für Unverständnis und Ärger bei einigen Stadtpolitikern, die befürchten, dass sich das Heilbad langsam zu einer „Betonwüste“ verwandelt, wie AfD-Stadtvertreter Frank Müller sagte. Laut Bauamtsleiter Ingo Dann seien die innerstädtischen Flächen, auf denen Bäume nachgepflanzt werden könnten, begrenzt. „Wir wissen nicht, wohin mit den Bäumen. Die Verwaltung ist aber offen für Vorschläge“, sagte Dann den Mitgliedern des Umweltausschusses.

Zweifel an speziellem Bauverfahren

Die neu gewählte Ausschussvorsitzende Jutta Gerkan (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein Pflegekonzept, das regeln soll, wie mit der Entnahme von Bäumen und der Neupflanzung umgegangen werden soll. Ihr Vorgänger, der ehemalige Ausschussvorsitzende Rainer Espig (Die Linke), sieht auch sogenannte „Durchörterungen“, bei der Erde mit einem raketenähnlichen Geschoss verdrängt wird, als Ursache für Baumbeschädigungen. Espig will darum, dass der Zustand der Bäume, überall dort, wo diese Bauweise zum Einsatz kommt, vorher dokumentiert wird. In der Westsiedlung seien nämlich Bäume eingegangen, was laut Espig an den Durchörterungen gelegen habe.

 

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