Das sorgt in Waren für Empörung: Seit mehr als einem Jahr ist das Bahnhofs-Klo defekt.
Das sorgt in Waren für Empörung: Seit mehr als einem Jahr ist das Bahnhofs-Klo defekt. Ingmar Nehls
Das Toilettenhaus am Bahnhof ist seit über einem Jahr defekt.
Das Toilettenhaus am Bahnhof ist seit über einem Jahr defekt. Ingmar Nehls
Verwaltung prüft Klos

Für Toiletten-Problem am Bahnhof ist Lösung in Sicht

Wer muss, muss aushalten oder lange Wege gehen. Denn seit über einem Jahr ist die Toilette am Warener Bahnhof gesperrt. Die Kritik hat wohl etwas bewirkt.
Waren

Seit mehr als einem Jahr ist das selbstreinigende Toilettenhaus am Warener Bahnhof nun schon versperrt. Doch statt es mal zu reparieren, soll das stille Örtchen nun ganz stillgelegt werden. Das teilte die Warener Verwaltung auf Nordkurier-Nachfrage mit. Laut Rathaus-Sprecherin Stefanie Schabbel habe es entsprechende Abstimmungen mit der Deutschen Bahn sowie Gespräche mit den Eigentümern des Bahnhofsgebäudes gegeben, da man eine langfristige Lösung anstrebe.

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Container als Übergangsvariante

„Fakt ist, dass die jetzige Toilette nicht wieder eröffnet, sondern eine neue gebaut wird. Bis dahin wird es eine Zwischenlösung in Form einer Containertoilette im 1. Quartal des neuen Jahres geben“, teilte die Stadtsprecherin mit. Die Containervariante werde barrierefrei und am hinteren Giebel des Bahnhofgebäudes zu finden sein.

Für die Betreibung des Bahnhofsklos hatte die Stadt Waren jährlich 8500 Euro an die Deutsche Bahn überwiesen. Dass es über ein Jahr lang keine funktionierende Toilette für die Gäste gab, die mit dem Zug ins Heilbad kamen, sorgte für enorme Verstimmungen bei den Warener Stadtpolitikern. Sie fragten im Stadtentwicklungsausschuss immer wieder nach, was die Stadt unternommen hat, um das Problem endlich zu lösen.

Auch Toilettenhäuschen am Müritzeum ist marode

Das Bahnhofsklo war aber nicht die einzige Problemstelle, wo es nicht flutschte. Auch bei den öffentlichen Toiletten am Bus-Bahnhof nahe des Müritzeums und am Stadthafen gab es Veränderungen. In beiden Häusern wurde ein neuer externer Betreiber gesucht, der als Zusatzverdienst auch einen Kiosk betreiben darf. Ohne Kiosk liegen die Gesamtkosten für beide Klos bei einer externen Bewirtschaftung bei etwa 86 000 Euro jährlich. Kümmern sich städtische Mitarbeiter selbst, würden die Kosten auf bis zu 111 000 Euro steigen, wie Bauamtsleiter Ingo Dann kürzlich im Ausschuss vorrechnete. Bei der Kioskvariante könnte der städtische Zuschuss gegen Null sinken. Durch ein Drehkreuz solle zudem die Einnahmenseite erhöht werden.

Neue Pächterin am Start

Auf die Ausschreibung habe sich Einzelunternehmerin Mandy Kiepke als neue Pächterin beworben, hieß es vonseiten der Stadt. Die Übergabe war zum Montag vereinbart. Die neue Pächterin beabsichtigt wohl auch, die Kiosk-Idee umzusetzen.

Aufwand wird geprüft

Skeptisch schaut die Warener Verwaltung auf das Toilettenhäuschen zwischen dem Müritzeum und der Verkehrsecke, gegenüber dem Hotel Harmonie. Dies werde trotz verbesserter Beschilderung kaum genutzt, sei sanierungsbedürftig und verschlinge in der Saison 10 500 Euro Bewirtschaftungskosten, hieß es. Die Verwaltung hatte dem Warener Stadtentwicklungsausschuss einen Abriss vorgeschlagen. Gegenwärtig sei die Toilette geschlossen. Die Stadtverwaltung prüfe, wie hoch der technische Aufwand für die Instandhaltung der nächsten Jahre sei. „Dann wird entschieden, ob neu gebaut wird oder nicht“, sagte Stefanie Schabbel.

Kurort-Status verpflichtet

Das Heilbad Waren ist per Kurortgesetz dazu verpflichtet, seine Einrichtungen in hygienisch einwandfreiem Zustand zu führen. Das betrifft insbesondere öffentliche Toiletten, die laut Gesetz in ausreichender Zahl vorhanden sein müssen.

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