Die Rakete soll wieder starten, wenn sich alle impfen lassen. Das weltweit bekannte Festival in Lärz ist für vom 29.
Die Rakete soll wieder starten, wenn sich alle impfen lassen. Das weltweit bekannte Festival in Lärz ist für vom 29.6. bis 3.7.2022 geplant. Christian Charisius
„Lasst euch impfen!”

Fusion-Festival für 65.000 Leute geplant

Das hört sich nach einem Lichtblick an: Die Planung für das Fusion-Festival 2022 steht. Die Macher rufen alle Feierwilligen dazu auf, sich impfen zu lassen.
Lärz

Die Macher der Fusion rufen Partybegeisterte explizit zum Impfen auf, damit das Festival in Lärz 2022 ohne ein aufwendiges Testkonzept auskommt. „Wir gehen fest davon aus, dass Großveranstaltungen und Festivals im kommenden Sommer wieder stattfinden werden und planen eine Fusion vom 29.6. bis 3.7.2022, wie wir sie vor Corona gefeiert haben mit 65.000 Gästen”, heißt es im Newsletter des Vereins Kulturkosmos Müritz.

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„Da wir das Pandemie-Geschehen nicht einfach weg tanzen können, zahlen wir jetzt alle den Preis für die Verantwortungslosigkeit derer, die sich aus Dummheit, Ignoranz, Angst oder verballerter Rebellion nicht haben impfen lassen. Und für das Politikversagen, das genauso wie das Verhalten der Impfgegner zum jetzigen Desaster beigetragen hat”, so die Veranstalter. „An dieser Stelle müssen wir aber klar sagen, dass wir nicht wie erhofft, Zehntausende innerhalb kürzester Zeit PCR testen können. Eine Neuauflage unseres diesjährigen Testkonzeptes kann es nicht geben, also lasst euch impfen, sonst hat die Scheiße nie ein Ende!”, appellieren die Veranstalter der Fusion an die zukünftigen Gäste.

Rückblick Fusion 2021

„Trotz Pandemie nicht aufgeben, war unsere Ansage und am Ende haben wir es, mit viel Aufwand geschafft, diesen Sommer drei Planetenfestivals mit je 10.000 Gästen zu veranstalten.Daher an dieser Stelle noch einmal Danke an alle, die unglaubliche Arbeit geleistet haben, ob nun beim Abstrich nehmen, im Labor, bei der Befundung, bei der Programmierung von Software mit höchsten Datenschutzstandards oder bei der Betreuung von Menschen, die einen positiven Test hatten. Auf allen Veranstaltungen zusammen, haben wir insgesamt 37000 Gästen und 16000 Crewmenschen das Stäbchen in die Nase gesteckt. Somit haben wir mit unserem eigenen mobilen PCR Hochleistungs-Labor mehr als 50000 PCR-Tests ausgewertet” so die Veranstalter.

Es sei gelungen, mit diesem Konzept eine Corona-Safe Zone zu schaffen, in der das Virus ausgeblendet werden konnte und sich so etwas wie Normalität eingestellt habe. Ganz ohne Maske, Abstand und Angst. „Das haben wohl alle, die es erlebt haben, ziemlich fett gefeiert”, zieht der Verein Resümee.

Wie konnte die Fusion finanziell überleben?

„Zunächst einmal können wir sagen, dass wir trotz Corona und zwei gecancelten Festivals noch nicht knietief im Dispo stecken. So wie es momentan aussieht, haben wir auch noch ausreichend Reserven, um die kommende Fusion, trotz zu erwartender Preissteigerungen, finanziell zu stemmen. Das verdanken wir vor allem zwei Umständen. Zum einen haben bisher über 80 Prozent aller Ticketholder nicht storniert und zum anderen hatten wir für die geplante Doppelfusion mit 2 x 35000 Besuchern deutlich höhere Kosten kalkuliert und deshalb den Ticketpreis auf 220 Euro (inkl. 10 Euro Müllpfand) gesetzt. Das war keine leichte Entscheidung, hat uns aber am Ende den Arsch gerettet. Fakt ist, dass wir mit den Einnahmen aus dem Verkauf von 65000 Tickets, nicht nur im kommenden Jahr ein exorbitantes Festival realisieren müssen, sondern auch zwei Fusion-freie Jahre überbrücken mussten. Daher werden wir euch leider nichts rückerstatten können und der Ticketpreis wird bei 220 Euro (inkl. Müllpfand) bleiben” geben die Veranstalter bekannt.

Bei verschiedenen staatlichen Töpfen (Neustart Kultur, MV Schutzfond Kultur, Winterstabilisierungsprogramm MV) habe der Verein Corona Hilfen beantragt. Die bisher erhaltenen Fördergelder hätten circa 15 Prozent aller Ausgaben und Fixkosten, die in 2020 und 2021 im Kulturkosmos angefallen sind, gedeckelt. Die Ausgaben beliefen sich über mehr als sechs Millionen über die zwei Corona Jahre. Trotz teilweiser Kurzarbeit hätten allein die jährlichen Lohn- und Gehaltskosten der Festangestellten bei einer Dreiviertel Millionen Euro gelegen. „Der zweijährige Bau der Turmbühne war das aufwendigste und teuerste Projekt, das wir je auf dem Gelände verwirklicht haben und hat weit über eine halbe Millionen Euro verschlungen”, so der Verein. Investitionen seien zudem in Infrastruktur und Planungs- und Baukosten für diverse neue Projekte für 2022 geflossen. Das Testkonzept, der Kauf des Labors und das monatelange Testen der Crew habe ebenfalls ein paar Hunderttausend gekostet, heißt es im Newsletter.

 

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