Zecken-Alarm

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Fußballvereine sehen sich im Kampf mit dem Gegner Zecke vorn

Wenn die Zecke sich mit Blut vollsaugt, steigt ihr Gewicht. Ist sie vollgesogen, lässt sie sich vom Wirt abfallen.
Wenn die Zecke sich mit Blut vollsaugt, steigt ihr Gewicht. Ist sie vollgesogen, lässt sie sich vom Wirt abfallen.
Patrick Pleul

Zecken mögen laut einer Studie Fußballfelder in MV. Vereine an der Müritz machen sich da zwar wenig Sorgen. Ungefährlich ist das aber nicht.

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist vorbei. Und die Sommerpause für die deutschen Kicker auch. Nun müssen sich die Mannschaften auf einen neuen fiesen Gegner einstellen: die Zecke. Wie aus einer bundesweiten Erhebung eines Pharmakonzerns hervorgeht, lassen sich die Blutsauger besonders gerne auf den Fußballplätzen in Mecklenburg-Vorpommern nieder. Auf zwei untersuchten Spielfeldern wurden insgesamt 99 Zecken gefunden – Rang zwei hinter Nordrhein-Westfalen (193)!

Ob es sich dabei um Plätze in der Seenplatte oder sogar in der Müritzregion handelt, ist aber nicht bekannt. „Aus Datenschutzgründen dürfen wir die Namen der untersuchten Plätze leider nicht kommunizieren”, teilte der Konzern auf Nordkurier-Nachfrage mit.

Nach dem Waldlauf wird nachgeschaut

Zecken-Fälle in der Mannschaft sind dem Trainer des Oberligisten Malchower SV bislang jedenfalls nicht bekannt. „Unsere Spieler sollen nach Waldläufen direkt gucken, ob sie gebissen wurden. Bisher war das nicht der Fall. Unser Platz ist gut gepflegt, wir machen uns auch in Zukunft keine Sorgen”, sagt Sven Lange. In Penzlin schließt man sich dem an. „Ich habe noch nie gehört oder erlebt, dass ein Spieler von einer Zecke gebissen wurde”, sagt Alexander Lukesch, selbst Spieler des Penzliner SV.

Die Erhebung wurde in diesem Jahr erstmalig durchgeführt. Daher liegen auch keine Vergleichs-Zahlen vor. Dennoch gibt es eine Einordnung. „Nach Rücksprache mit Experten kann man hier von einer sehr hohen Zeckendichte sprechen”, hieß es in dem Schreiben weiter. Die liege bei 50 oder mehr Zecken pro 100 Quadratmeter vor. Von einer geringen Zeckendichte wird bei vier bis zehn Blutsaugern gesprochen.

Zeckenstich kann sehr schwere Folgen haben

Ein Zeckenstich könne nicht nur Fußballer treffen, betont der Pharmakonzern, sondern auch Zuschauer oder Trainer. Die kleinen Viecher sind Hauptüberträger des sogenannten FSME-Virus. „Bei schwerwiegenden Krankheitsfällen kann das FSME-Virus die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und schwere Langzeitfolgen wie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen verursachen”, so der Konzern. Laut einer weiteren Untersuchung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung wird 2018 die höchste Zahl an Zecken in den vergangenen zehn Jahren haben, so die Prognose.

Die Untersuchung geht auf die Pfizer Deutschland GmbH zurück, ein weltweit vertretener Pharmakonzern. Bundesweit wurden 32 Fußballspielstätten untersucht – zwei pro Bundesland. Nur in Berlin und Bremen wurden keine Zecken gefunden. Nicht untersucht wurde im Rahmen der Fußball-Erhebung, ob die gefundenen Zecken mit Krankheitserregern wie dem FSME-Virus oder Borrelien infiziert sind.