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Garagen zerbröseln wie von Zauberhand

Die Tage der Garagen Am Stadion in Rechlin sind gezählt: Etliche, die dem Abriss geweiht sind, wurden schon auseinandergenommen - um zu retten, was zu retten ist. Foto: Elke Enders
Die Tage der Garagen Am Stadion in Rechlin sind gezählt: Etliche, die dem Abriss geweiht sind, wurden schon auseinandergenommen - um zu retten, was zu retten ist. Foto: Elke Enders
Elke Enders

Für diejenigen, die betroffen sind, hat sich der Frust über den angekündigten Garagen-Abriss in Rechlin noch nicht gelegt. Erst recht nicht, seit das Gerücht von künftig zu zahlenden Mieten die Runde macht.

Offiziell hat er noch nicht begonnen, der Garagenabriss Am Stadion in Rechlin. Doch haben Anwohner selbst Hand angelegt und versucht, brauchbare Materialien, Tore oder Türen vor der Verschrottung zu retten. Etliche Garagen müssen weichen, weil die Straße als Durchgangsstraße an die Kreisstraße in Richtung Boek angebunden wird. Bis Jahresende ist Zeit, die meist als Nebengelass genutzten Gemäuer freizuräumen. „Wir wollen keinen Druck machen“, sagte Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU). Indes sitzt der Frust bei vielen Anwohnern noch immer tief, obwohl es ruhig geworden ist um die Baumaßnahme Am Stadion.

Einige wollen „per Buschfunk“ vernommen haben, dass für die Garagen künftig eine Miete fällig wird. Bislang wurde nur eine jährliche Pacht für Grund und Boden gezahlt. Ringguth stritt die Angelegenheit nicht ab. Er stellte aber klar, dass andere Gemeinden oder Städte bei der Anwendung des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes noch rigoroser durchgriffen.

Zur Erklärung: Zu DDR-Zeiten konnte auch derjenige Eigentümer sein, der ein Gebäude besaß, ganz gleich, auf wessen Grund und Boden es stand. Nach West-Recht gilt: Eigentümer ist immer derjenige, dem der Grund und Boden gehört. Rechliner, die eine Garage in der Anlage Am Stadion ihr Eigen nannten, sind demzufolge heutzutage nur Besitzer, keine Eigentümer. Dafür wurde an die Gemeinde seit Durchsetzung des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes eine Pacht für Grund und Boden gezahlt, einmal im Jahr.

Wer nun seine alte Garage einbüßt, kommt in den Genuss der 500 Euro, die die Gemeinde ausreicht. Andersherum hat die Gemeinde aber auch einigen Auswärtigen 500 Euro gezahlt, die Garagen freigezogen haben, um sie als Tauschobjekte für vom Abriss betroffene Einheimische zur Verfügung zu stellen. In solch einem Fall verlangt die Gemeinde künftig eine monatliche Miete vom neuen Nutzer, die höher ausfalle, als die vorher nur für Grund und Boden gezahlte Pacht. Vermutlich über den Winter sollen die Garagen abgerissen werden, so Ringguth.