Es wurde für die Sanierung der Orgel gesammelt: Kirchenmusikdirektorin Christiane Drese, Ausbilder Phillipp Rö&szlig
Es wurde für die Sanierung der Orgel gesammelt: Kirchenmusikdirektorin Christiane Drese, Ausbilder Phillipp Rößler, Azubi und Ideengeber Gregor Rößler, Brauhausinhaber Ricardo Reschke und Pastorin Anja Lünert bei der Spendenübergabe. Miriam Brümmer
Geld für Sanierung

Gastronomie-Azubis zeigen mit Spende ein Herz für Müritzer Orgel

Um Geld für die Sanierung der Orgel in der Warener Georgenkirche zu sammeln, legte sich jetzt das Brauhaus-Team ins Zeug. Weitere Unternehmen machten ebenfalls mit.
Waren

Die Spendenaktion für die Sanierung der Orgel in der Warener Kirche St. Georgen nimmt offenbar Fahrt auf: Denn auch Unternehmen in der Müritzstadt liegt das historische Instrument am Herzen. Nachdem das Brauhaus in Waren im Jahr 2020 zum ersten Mal mit dem Verkauf einer sogenannten Entenbox zu Weihnachten Geld für wohltätige Zwecke gesammelt hatte, wollten die Mitarbeiter des Hotels und Restaurants mit Bierbrauerei und Kegelbahn diese Aktion zur Tradition werden lassen. Damals gingen die Spenden an die Kontaktstelle „Klara“ für Opfer häuslicher Gewalt. In diesem Jahr sollten sich die zehn Azubis überlegen, wer die Spenden erhält. Gemeinsam stimmten die Nachwuchsgastronomen ab und entschieden sich für die Idee von Gregor Rößler. Er ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr und hatte die Georgenkirche vorgeschlagen, welche dringend Geld für die Restaurierung der Lütkemüller-Orgel benötigt.

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Spendenboxen aufgestellt

Erfahren hatte das Gasthaus davon unter anderem durch die Weihnachtskonzerte. „Viele Touristen, die zur Weihnachtszeit im Hotel waren, kannten die Kirche durch die Weihnachtsgottesdienste und haben große Summen gespendet“, sagte Ausbilder Phillipp Rößler. Weil der Funke auf alle Mitarbeitenden übergesprungen war, kamen sie auf die Idee, weitere Mitstreiter zu suchen, um Spendenboxen für die Orgel aufzustellen. Boxen standen in der Fontane-Apotheke, in der Löwen-Apotheke, bei MüritzBuch und beim Glühweinstand auf dem Neuen Markt.

Mitarbeiter und Inhaber stocken Spenden auf

Es sei spürbar, dass sich Menschen unterschiedlicher Generationen mit ihren Möglichkeiten und Ideen einsetzen, freute sich Pastorin Anja Lünert. Auch wenn die Orgel noch klinge, sei einiges im Argen, was die Sanierung erforderlich mache. „Wir haben im Rahmen von Spendenaktionen für die Glocken schon sehr viele schöne Erfahrungen gemacht und jetzt war das eine sehr große Überraschung, als das Brauhaus ankündigte, sich an der Sammelaktion für die Königin zu beteiligen“, so die Pastorin, als jetzt der Erlös der Brauhaus-Aktion übergeben wurde.

Dass am Ende eine runde Summe von 1 500 Euro auf dem Spendenscheck stand, ist den Mitarbeitenden und der Familie Reschke zu verdanken. Sie rundeten den Erlös auf. Dazu kommt der Inhalt der vier Spendenboxen in den genannten Unternehmen.

Förderverein hofft auf weitere Initiativen

Der Vorsitzende des „Fördervereins Kirchenmusik Waren – St. Georgen“ e. V. Günter Rhein, dankte für die Initialzündung aus der Mitte der Bevölkerung. Das sei nicht selbstverständlich. „Jetzt haben wir den Mut, andere anzusprechen, um tatsächlich der Königin der Instrumente, der Orgel hier in Waren einen neuen Klang zu geben, hoffentlich für die nächsten Jahrhunderte“, sagte er. Denn eine Generalrestaurierung einer Orgel mache man nicht jedes Jahr. Es sei auch nicht selbstverständlich in Zeiten von Corona, von dem Wenigen, was in der Gastronomie eingenommen werde, noch etwas abzugeben. Dafür danke er von Herzen und hoffe, dass dieses Vorbild Schule bei anderen Unternehmen der Stadt mache. „Wir haben im Sommer herrliche Konzerte, bieten den Gästen und Einwohnern etwas“ – vielleicht sei das für viele ein Grund, sich zu beteiligen.

100 000 Euro sind das Ziel

Etwa 300 000 Euro wird die Restaurierung der Orgel kosten. 100 000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen. Laut Informationen auf der Website der Kirche wurden bisher 6 000 Euro gespendet.

Nur noch wenige Bastelbögen zu haben

Zur Weihnachtszeit hat die Georgengemeinde einen Bastelbogen herausgebracht. Für eine Spende von mindestens zehn Euro konnte dieser in den Geschäften der Warener Innenstadt erworben werden. Laut Kirchenmusikdirektorin Christiane Drese gibt es nur noch wenige Exemplare unter anderem im Bioladen „Sonnenblume“ und bei MüritzBuch. In der ersten Auflage wurden 100 Stück gedruckt. Christiane Drese kann sich vorstellen, eine zweite Auflage zu starten. Sie würde aber auch gern mal ein gebasteltes Exemplar zu Gesicht bekommen.

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