JUGENDZENTRUM JOO

Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Gedenktage erinnern oft an historische Ereignisse. Dass sie auch Mahnung mit Blick auf politische Entwicklungen sein können, wurde Sonnabend im JOO deutlich.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Axel Holz (l.), Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, und Norbert Schipke, Sprecher der Basisorganisation Waren/Röbel der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, erinnerten mit der Kranzniederlegung in der Kietzstraße an die vielen Opfer des Nazi-Regimes. Foto: Nadine Schuldt
Axel Holz (l.), Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, und Norbert Schipke, Sprecher der Basisorganisation Waren/Röbel der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, erinnerten mit der Kranzniederlegung in der Kietzstraße an die vielen Opfer des Nazi-Regimes. Foto: Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Warens Bürgermeister Norbert Möller sowie Stadtpräsident René Drühl legten am Gedenkstein in der Kietzstraße einen Kranz nieder. Foto: Nadine Schuldt
Warens Bürgermeister Norbert Möller sowie Stadtpräsident René Drühl legten am Gedenkstein in der Kietzstraße einen Kranz nieder. Foto: Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Norbert Schipke, Sprecher der Basisorganisation Röbel/Waren der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, erinnerte am Gedenkstein in der Kietzstraße an die Opfer im Ravensbrücker KZ-Außenlager Retzow. Foto: Nadine Schuldt
Norbert Schipke, Sprecher der Basisorganisation Röbel/Waren der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, erinnerte am Gedenkstein in der Kietzstraße an die Opfer im Ravensbrücker KZ-Außenlager Retzow. Foto: Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Waren.

In Waren wurde Sonnabendvormittag den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Bei der Gedenkveranstaltung im Jugendzentrum JOO und der anschließenden Kranzniederlegung war auch Axel Holz, Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, zu Gast.

In seiner Rede erinnerte er nicht nur an die vielen Millionen Opfer, sondern verdeutlichte auch, warum ein Gedenken heutzutage wichtiger denn je ist. „Es gibt konservative und undemokratische, rassistische und nationalistische Kräfte, die die Verbrechen gern relativieren, in dem sie antisemitische Vorurteile schüren, den Holocaust leugnen oder solche Positionen unterstützen”, sagte Holz.

Ihm sei es auch wichtig, nicht nur an die Opfer, sondern auch an die Bedingungen zu erinnern, die den Nationalsozialismus ermöglichten. So seien die Nazis durch Wahlen an die Macht gekommen, hob Holz hervor. Damit so etwas nicht wieder geschehen, müsse man aktiv werden und Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus entschieden entgegen treten.

Polizei musste nicht gegen Störer eingreifen

Auch Warens Bürgermeister Norbert Möller wies in seiner kurzen Rede ebenfalls daraufhin, dass es auch heutzutage wieder Tendenzen von nationalistischen Strukturen gebe. Dagegen müsse man kämpfen. „Man muss immer wachsam bleiben”, sagte Möller. Anschließend wurden Kränze am Gedenkstein für die Ermordeten im Retzower Außenlager des KZ Ravensbrück in der Kietzstraße niedergelegt.

Während der gesamten Gedenkveranstaltung war die Polizei vor Ort. Sie musste nicht eingreifen – niemand störte dieses Jahr das Gedenken. Das war 2018 anders. Damals störte eine NPD-Stadtvertreterin die Kranzniederlegung mit lautem Geschrei. Andere „Störer” entrollten Transparente mit antisemitischen Inhalten.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist ein seit 1996 bundesweit gesetzlich verankerter Gedenktag. Zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.

StadtLandKlassik - Konzert in Waren

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Kommentare (5)

"So seien die Nazis durch Wahlen an die Macht gekommen." Tatsächlich sind die Nationalsozialisten durch Wahlen an die Macht gekommen - Wahlen in der Weimarer Republik, jener Republik, die ihrerseits auf einem gewaltsamen Putsch an der legitimen Staatlichkeit des Deutschen Reiches errichtet wurde. Die Kausalkette ist unbedingt zu beachten, denn es gilt: ex iniuris ius non oritur (Aus Unrecht kann kein Recht erwachsen). Das zieht sich bis heute durch. Das Gedenken an dieses für alles folgende Leid ursächliche Unrecht wird seltsamerweise massiv unterbunden - siehe den massiven Polizeieinsatz am Bismarckstein in Teterow am 18.1.2019.

wie dumm man eigentlich sein, um die Nazizeit derart zu verharmlosen? Fürs Internet wäre unbedingt ein Intelligenzscanner wichtig. [Rest-Kommentar wegen Verstoßes gegen die Netiquette gelöscht, d. Red.]

Niemand hat hier irgend etwas verharmlost. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass und warum sich deartiges Unrecht manifestieren konnte. Auch wenn d. Red. mittlerweile eingriffen hat - was ich hiermit auf's Schärfste kritisiere -, so ist mir nicht entgangen, dass Sie sich mir gegenüber bereits zum zweiten Mal in äußerst faschistischer Manier geäußert haben, indem Sie sich dafür aussprechen, Ihnen unliebsame Meinungen schlicht zu unterdrücken. Ich gebe daher die Frage gerne an Sie zurück: Wie dumm muss man eigentlich sein, um permanent überall das Wort "Nazi" in Kommentaren zu verbreiten, sich dabei aber selbst für klassische Nazimethoden auszusprechen?

Keiner, von den [Entfernt, bitte halten Sie sich an die Netiquette, d. Red.] haben die Nazizeit mitgemacht, und haben [Entfernt, bitte halten Sie sich an die Netiquette, d. Red.], in Stalingrad

Danke, für die Textlöschung