VERSUCHTE PROVOKATION

Gedenkstein in Waren mit brauner Farbe beschmiert

Rechte haben am Sonnabend in Waren versucht, die Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz zu stören.
Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) vor dem beschmierten Gedenkstein.
Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) vor dem beschmierten Gedenkstein. Petra Konermann
Waren.

Der Gedenkstein am Warener Kietz, der an die Menschen erinnert, die im Retzower Außenlager des KZ Ravensbrück gestorben sind, wurde am Sonnabendvormittag mit brauner Farbe beschmiert. Doris Zutt von der NPD versuchte mit lautem Geschrei, die Kranzniederlegung am Gedenkstein am Kietz zu stören, die im Rahmen der Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz in Waren stattfand. Andere, offensichtlich dem rechten Spektrum zuzuordnen, entrollten am Kietz Transparente mit rechtsradikalen Inhalten. Einer von ihnen schritt provozierend durch die Teilnehmer der Kranzniederlegung und rempelte Stadtsprecherin Liane Klischewski an. „Das alles ist ganz klar als Provokation der ewig Gestrigen zu verstehen. Aber wir lassen uns nicht provozieren”, betonte Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) im Anschluss an die Kranzniederlegung.

Wegen der Besudelung des Gedenksteines erstattete Möller Anzeige. Und er ordnete die sofortige Reinigung der Gedenkstätte durch den Stadtbauhof an. Der Gedenkstein war, so Stefan Philipp, Leiter des Polizeihauptrevieres Waren, im Rahmen der Streifentätigkeit bereits seit dem frühen Sonnabendmorgen zunächst bewacht worden. Als die Gedenkveranstaltung im nahe gelegenen Jugendzentrum „Joo” begann, sicherten Polizisten das „Joo” ab. Das, so Philipp, hatten die Rechten ausgenutzt und den Stein beschmiert. „Dieser Vorfall zeigt, dass wir wachsam bleiben müssen”, meinte Norbert Schipke, Sprecher des Bundes der Antifaschisten Waren/Röbel.

Auf der Warener Gedenkveranstaltung hatte Peter Ritter (Linke), Landratsabgeordneter und Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten MV, die Warener gelobt für ihr Engagement, in jedem Jahr eine Gedenkfeier am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung auszurichten: „Das ist nicht in jeder Stadt üblich.” Gleichzeitig erinnerte Ritter daran, dass gerade Waren eine Stadt sei, in der Rechte nicht nur in der Stadtvertretung sitzen, sondern in der Vergangenheit in Demonstrationszügen durch die Stadt marschiert waren. Bürgerschaftliches Engagement müsse gestärkt werden, verfassungsfeindlichen und Demokratie gefährdende Bestrebungen müsse man offensiv entgegen treten, so Ritter in seiner Gedenkrede in Waren.

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