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Geheimnis, das keins sein will

Marco Meyer ist Betriebsleiter des Gutshofes Woldzegarten. Für ihn gehört der Glockenturm zum alten Gut.  FOTO: S. Musyal

VonSören MusyalDer Gutshof Woldzegarten ist das einzige Gewerbe im Ort. Die Bewohner des Dorfes aber kommen selten vorbei.Woldzegarten.„Wer uns findet, ...

VonSören Musyal

Der Gutshof Woldzegarten ist das einzige Gewerbe im Ort. Die Bewohner des Dorfes aber kommen selten vorbei.

Woldzegarten.„Wer uns findet, findet uns gut“, ist Marco Meyer überzeugt, denn der Gutshof in Woldzegarten sei noch immer ein Geheimtipp. Er selbst ist seit dreieinhalb Jahren am Gutshof tätig, zunächst als Küchenchef, inzwischen als Betriebsleiter oder „Manager“, wie Meyer sagt. Und auch er findet den Gutshof gut: „Ich habe mich in das Gebäude verliebt. Deswegen bin ich hier.“
Dabei war es bei ihm andersherum. „Dr. Droll hat mich gefunden – sozusagen“, erinnert er sich. Und der Erfolg gab ihm Recht: Das Restaurant des Gutshofs steht inzwischen im Michelin-Führer, einem angesehenen Ratgeber für feine Speisen. Aber auch der Gutshof insgesamt hat sich seit seiner Eröffnung 2001 gemacht. Ein Vier-Sterne-Hotel und beliebter Standort für Konzerte und Seminare hat Käufer Wolfgang Droll im Dorf entstehen lassen. Seitdem habe sich das Hotel einen guten Kundenstamm erarbeitet. „70 Prozent unserer Gäste sind Stammgäste“, sagt Meyer. Bei den Buchungen habe sich der lange Winter daher auch nicht bemerkbar gemacht.
Probleme habe es nur in einem völlig anderen Bereich gegeben, der aber fürs Dorfleben wichtig ist: „Im Winter sind die Straßenlaternen um acht Uhr aus.“ Das sei doch kein Zustand. „Vielleicht würden die Einwohner dann abends mal spazieren gehen.“
Im Gutshof seien die aber selten zu Gast. Nur Lilly Walter komme gelegentlich auf einen Kaffee vorbei, um über die Geschichte des Gutshofs zu berichten. Und zu dieser gehöre auch der Glockenturm ohne Glocke, der seit geraumer Zeit verwittert. „Vor zwei Jahren haben wir mal eine Plane befestigt“, erzählt Meyer. Schließlich solle der Turm bald wieder stärker in die Gutsanlage eingegliedert werden. „Wir möchten ihn an die Einfahrt zum Gutshof setzen lassen“, verrät der Manager.