STADTVERTRETUNG WAREN

Geldgeschenk für Müritz-Azubis muss noch etwas warten

Die Fraktion FDP/MUG will Lehlingen einen Anreiz bieten, ihren Hauptwohnsitz in Waren anzumelden. Doch in der Stadtvertretung hat es die Idee nicht leicht.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Bis zum Weihnachtsfest kann das Geldgeschenk an die Azubis noch nicht verpackt und überreicht werden.
Bis zum Weihnachtsfest kann das Geldgeschenk an die Azubis noch nicht verpackt und überreicht werden. Monika Skolimowska
Waren.

Toralf Schnur hatte bei der Warener Stadtvertretersitzung am Mittwochabend die Spendierhosen an. Doch geholfen hat es dem Chef der Fraktion FDP/MUG nicht. Die fünfköpfige Fraktion möchte allen Auszubildenden und Studenten, die in Waren ihren Hauptwohnsitz anmelden, Geld schenken. In den Universitätsstädten Rostock und Greifswald werden so schon länger junge Neubürger geködert. In Rostock erhalten Studenten und seit 2018 auch Azubis ein Begrüßungsgeld von 150 Euro, wenn sie ihren Hauptwohnsitz nach Rostock verlegen. Wer Greifswald zu seinem Heimathafen macht, bekommt eine Wohnsitzprämie von 100 Euro ausgezahlt und ein Gutscheinbuch.

Im Wettbewerb um junge Menschen sollte das Heilbad schleunigst nachziehen, findet die Fraktion FDP/MUG und stellte einen entsprechenden Antrag. Der sah vor, dass Schüler und Auszubildende für die Dauer ihrer Ausbildung, aber maximal fünf Jahre, mindestens 200 Euro jährlich bekommen sollen. Bis Ende des Jahres sollte Bürgermeister Norbert Möller (SPD) eine entsprechende Satzung ausgearbeitet und der Stadtvertretung vorgelegt haben. Dass dieses Ziel ziemlich sportlich ist, räumte Toralf Schnur auch gleich ein. Was der Bürgermeisterkandidat und seine Fraktion aber wollten, war ein Signal der anderen Stadtpolitiker, ob sie diesen Weg mitgehen wollen oder nicht.

„Die Erträge werden die Aufwände übersteigen“, sagte Schnur und verwies auf steigende Schlüsselzuweisungen bei steigenden Einwohnerzahlen. „Ein Großteil der Begünstigten sind Azubis in der freien Wirtschaft. Ich weiß von einigen Unternehmen, dass sie bereit wären, den gleichen Betrag raufzupacken“, sagte Toralf Schnur.

Letztendlich wurde der Antrag zurückgezogen

Dass die Stadt dann ein Wohnungsproblem bekommen könnte, glaubt Fraktionschef Schnur nicht, da die meisten Azubis ohnehin schon in Waren leben würden – nur eben dort nicht angemeldet seien.

„Die Idee ist gut. Die vorliegende Faktenlage reicht uns allerdings nicht aus“, kritisierte Christian Holz (CDU) und beantragte darum, das Thema in den Finanzausschuss zu verlegen, damit die Verwaltung entsprechende Daten zuliefern könnte. Stadtpräsident Rüdiger Prehn (Die Linke) unterstützte die Verlegung, da der begünstigte Personenkreis überdacht werden müsse. Unter anderem sollte geklärt werden, ob auch Referendare die Umzugsbeihilfe bekommen.

Bis auf die Mitglieder der Fraktion FDP/MUG stimmten die Stadtpolitiker für eine Verlegung in den Finanzausschuss und den Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss. Damit haben die Stadtvertreter Tempo rausgenommen und die Antragssteller verärgert. Denn Toralf Schnur zog den Antrag wieder zurück. Damit wurde ein Antrag in zwei Ausschüsse verlegt, den es nicht mehr gibt. Rüdiger Prehn muss nun prüfen, ob die Idee trotzdem weiter verfolgt werden kann.

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