In Kanzlei erschossen

Gericht bereitet Verhandlung um Mord an Anwältin vor

In wenigen Wochen wird sich der 79-jährige Warener, dem Mord an einer Anwältin vorgeworfen wird, vor Gericht verantworten müssen. Es gibt offene Fragen.
Carina Göls Carina Göls
Anfang Februar war in der Großen Mauerstraße eine Anwältin in ihrer Kanzlei erschossen worden.
Anfang Februar war in der Großen Mauerstraße eine Anwältin in ihrer Kanzlei erschossen worden. Malte Schindel/Archiv
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Waren.

Am 31. Juli wird der Prozess gegen den 79-jährigen Warener eröffnet, der eine Anwältin ermordet haben soll. Davor gibt es noch viel zu tun. So werden unter anderem noch zahlreiche Zeugen gehört. Das sagte Carl-Christian Deutsch, Pressesprecher am Neubrandenburger Landgericht am Freitag auf Anfrage.

Wie sich der Prozess entwickele, das hänge aber auch davon ab, ob und was der Tatverdächtige gesteht. Nachdem der Senior anfangs die Tat bestritt und sich dann in Schweigen hüllte, hatte er den Ermittlern Ende April auf eigenen Wunsch das Versteck der Pistole genannt. Die Polizisten fanden diese. Der Beschuldigte sitzt laut Deutsch weiter in U-Haft.

Müritzer Juristen verweigerten die Verteidigung

Der 79-Jährige soll Anfang Februar eine Warener Rechtsanwältin mit drei Schüssen in den Kopf in ihrer Kanzlei getötet haben. Er war noch am Tatabend in seiner Wohnung festgenommen worden. Als Motiv für die Bluttat gibt die Staatsanwaltschaft „langjährige vermögensrechtliche Auseinandersetzungen“ an. Bei Mord droht eine Gefängnisstrafe von 15 Jahren bis zu lebenslang.

Unter den Müritzer Juristen wollte wegen Befangenheit niemand den Angeklagten verteidigen. Schließlich war eine Kollegin umgekommen. Nun wird der Rentner von einem Anwalt aus Bremen vertreten. Warum die Frau sterben musste soll nun bald im Gerichtssaal geklärt werden.

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