REVISIONSPROZESS

Gericht weist Befangenheitsanträge im Fall Sarah H. zurück

Der Prozess um den brutalen Tod von Sarah H. geht mit dem Vorsitzenden Richter weiter. Die Anträge des Angeklagten gegen ihn wurden abgelehnt.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Die Anträge des Angeklagten wurden abgelehnt.
Die Anträge des Angeklagten wurden abgelehnt. Carina Göls/Archiv
Alt Rehse.

Am Dienstag sind in der Neuauflage des Prozesses um den Tod von Sarah H. in Alt Rehse sämtliche Befangenheitsanträge abgelehnt worden. Das teilte Benjamin Beischer, Sprecher am Landgericht Neubrandenburg, auf Nachfrage mit. Der Angeklagte Axel-Ingo G. hatte beim Auftakt des Revisionsprozesses am 17. April fünf Anträge gegen den Vorsitzenden Richter Carl Christian Deutsch gestellt. Mit dieser Entscheidung kann der Prozess wie geplant am 17. Mai mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt werden, so Beischer.

Zudem wurde bei dem kaum 30-minütigen nichtöffentlichen Prozesstermin ein neuer Pflichtverteidiger für Axel-Ingo G. bestellt. Dabei handele es sich um Rechtsanwalt Stefan Tabbert aus Demmin. Dieser habe am Dienstag zwar den Antrag gestellt, den Prozess vorerst auszusetzen, um sich mit den Akten vertraut zu machen. Allerdings sei dieser Antrag auch abgelehnt worden, so Beischer. Bis zum 17. Mai sei genügend Zeit.

20 Prozesstage geplant

Axel-Ingo G. soll seine Lebensgefährtin Sarah H. im Sommer 2016 in seinem Haus in Alt Rehse im Streit nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Danach verweigerte er ihr Essen und Trinken. Das Opfer starb in Folge der Misshandlungen. Der Mann und die Frau aus Rheinland-Pfalz hatten sich über das Internet kennengelernt.

Der Angeklagte hatte im ersten Prozess geschwiegen. Er war wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ihm war aber eine „verminderte Schuldfähigkeit“ attestiert worden. Die Verteidigung legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete die Neuverhandlung an. Jetzt soll geklärt werden, ob der Mann zur Tatzeit überhaupt schuldfähig war. Um das zu klären, sollen bis August bei mehr als 20 Prozesstagen 60 Zeugen gehört werden.

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