Zu viel Sand
Geringer Tiefgang gefährdet Klinker Hafen

Der viele Sand hat sich auch schon an der Kaikante der Slipanlage abgelagert.
Der viele Sand hat sich auch schon an der Kaikante der Slipanlage abgelagert.
Nadine Schuldt

Im Klinker Hafen machen derzeit keine Boote fest. Das Wasser ist dort einfach zu niedrig. Das soll bald geändert werden. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Klinks Hafenmeister Michael Eichler schlägt Alarm. Der Tiefgang im Hafen beträgt an einigen Stellen nur noch 40 Zentimeter. Das Segelboot, das momentan an einem Steg liegt, habe sich dort bereits mit seinem Kiel im Sand festgefahren. „Der Hafen muss dringend ausgebaggert werden“, sagt der 58-Jährige. Im Durchschnitt hätten die Boote einen Tiefgang von einem Meter, die großen Yachten bräuchten sogar eine Wassertiefe von 1,20 Meter. Weil er den Dauerliegern keinen vernünftigen Liegeplatz bieten könne, seien ihm schon jetzt 8000 Euro durch die Lappen gegangen, so Eichler.

Bürgermeister Eckhard Knust weiß um die Problematik. Auch die Situation auf dem Hafenvorplatz an der Müritz sei in den Sommermonaten angespannt. In der Saison ist dort wegen der vielen Radfahrer und Spaziergänger auf dem Müritz-Rundweg kaum ein Durchkommen. Deshalb wolle man nicht nur den Hafen ausbaggern, sondern gleich auch das Umfeld gestalten. So erhält der rund 25 000 Quadratmeter große Hafen unter anderem eine neue Spundwand vor dem Hafengebäude und es entsteht ein Wandersteg wasserseitig vor dem Hafengebäude. So werde die Situation auf dem Rundweg entzerrt, sagt Knust.

Planungen laufen schon seit Jahren

„Es sollen auch Sitzgelegenheiten vor dem Hafengebäude entstehen“, ergänzt Kati Heinsel, Fachamtsleiterin für Zentrale Dienste und Finanzen. Sie hat auch die Kosten im Blick. So werden aktuell 1,6 Millionen für das Vorhaben veranschlagt. Die Gemeinde muss rund 180 000 Euro zuschießen.

Die Planungen für den neuen Hafen laufen schon mehrere Jahre. So wurden bereits 2017 Mittel in den Etat eingestellt, um eine Vorplanung anfertigen zu können. Nur damit können Fördermittel beantragt werden, so Heinse. Doch ein Bescheid stehe noch immer aus.

Wegen der Saison kann man nur im Winter bauen

Das Ausbaggern sei davon nicht betroffen. Da könne man bald starten. Allerdings erst, wenn die Genehmigung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde vorliege. Für den Hafenmeister wie für den Bürgermeister ist das sehr ärgerlich. „Wir können nur im Winter bauen, denn im Sommer sind die Touristen da“, sagt Knust zu der 80 000 Euro teuren Maßnahme. Die Saison beginne bereits Anfang April, macht Michael Eichler auf das knappe Zeitfenster aufmerksam.

Das Ausbaggern sei schon seit zwei Jahren Thema. Durch die starken Wellen werde immer auch viel Sand in den Hafen transportiert und lagern sich ab, so Knust. Es werde nun höchste Zeit, dass etwas passiert. „Wir bräuchten noch zusätzlich 70 Zentimeter Wasser, doch die Müritz ist in den vergangenen Monaten nur um 15 Zentimeter gestiegen“, so Eichler. Kati Heinsel ist zuversichtlich. „Es wurden bereits Vorgespräche geführt, so dass ich von einer zeitnahen Bestätigung ausgehe“, sagt sie.

Der Sand kommt zum Strand

Ist der Bagger erst einmal am Buddeln, kommt viel Sand zusammen. Der wird nicht abgefahren, sondern für den Gemeindestrand genutzt. Auch eine Liegewiese soll dort entstehen sowie verschiedene Spielgeräte und sogar zwei Baumhäuser für die Kinder. Kostenpunkt: 385.000 Euro. „Hierfür liegt ein vorzeitiger Maßnahmebeginn vor, aber kein Fördermittelbescheid“, sagt Kati Heinsel. Bürgermeister Eckhard Knust will trotzdem starten. „Mit dem Sand vergrößern wir den Strand.“