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Leergut, alles gut

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Getränkemärkte brauchen Flaschen für den Biernachschub

Getränkemärkte suchen derzeit nach Leergut. Verbrauchern wird geraten Pfand schnell wieder abzugeben.
Getränkemärkte suchen derzeit nach Leergut. Verbrauchern wird geraten Pfand schnell wieder abzugeben.
Uli Deck

Die Hitzewelle bringt die Getränkeversorger an ihre Grenzen – weil ihnen das Leergut fehlt. Fällt der Rücklauf aus, kann das Folgen für das Bier haben.

Die Sonne knallt. Es ist heiß. Die Müritzer haben Durst. Viel Durst. Und damit stellen sie die Getränkehändler vor Probleme. Die hohe Nachfrage macht ihnen zunehmend Schwierigkeiten – allerdings eher ungeahnte.

Denn es kämen einfach nicht genug Flaschen zurück zum Verkäufer, beziehungsweise nur die falschen, sagt Felix Frankenberg von Müritz-Getränke. „Wir verkaufen unser Müritz-Gold in Bügel-Flaschen. Im Kasten der wieder bei uns abgegeben wird, sind aber vor allem Bierflaschen ohne Bügel”, sagt der Vize-Chef. Und wenn die eigenen Pullen nicht zurückkommen, müssen neue produziert werden.

Das koste das Unternehmen aber massig Geld und in der Folge müsse der Preis des Bieres angezogen werden. Darauf wolle man bei Müritz-Getränke aber verzichten, sagt Frankenberg. Konsequenz: Die Kunden-Nachfrage kann auf Dauer nicht gedeckt werden.

Zu wenig Fahrer

Lücken im Regal gibt es auch bei den Famila-Märkten im Nordosten. Vorwiegend Bier- und Wasser sind laut Pressesprecherin Solveig Hannemann bei den Kunden gewünscht. Bei Einwegflaschen gebe es hingegen keine Probleme. Hinter den leeren Regalen stecke aber auch ein logistisches Problem. „Es gibt zu wenig Fahrer”, sagt sie gegenüber dem Nordkurier.

Selbst die riesige Lebensmittel-Kette Edeka hat mit Engpässen zu kämpfen. „Wir beobachten derzeit aufgrund der aktuellen Wetterlage zeitweise Lieferverzögerungen bei Randartikeln im Mehrweg-Sortiment”, teilte Helene Dahlke von Edeka Nord auf Nordkurier-Nachfrage mit. Ein Logistik-Center der Gesellschaft steht in Malchow. „Wir verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach Getränkeartikeln”, hieß es weiter ohne genauer ins Detail zu gehen. Gleichzeitig betonte Dahlke, dass das Unternehmen aktiv am gewohnt breiten und vielfältigen Sortiment arbeite.

Der Deutsche Brauerbund macht aber deutlich, dass das Phänoment bundesweit besteht. Auf Twitter werben die Brauer sogar im Rahmen einer Kampagne dafür, leere Flaschen zügig zurückzubringen. Der häufige Besuch in Getränkemärkten hat natürlich noch einen weiteren Vorteil für die Brauer: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Kunden dabei auch gleich neue Flaschen erwerben...