Verdacht in Malchow

Giftköder? Junge Katze wird in Rostock obduziert

In Malchow starben drei Katzen. Eine Obduktion soll klären, ob wirklich Gift dahinter steckte. Bei einem Hund bestätigte sich der Giftköder-Verdacht nicht.
Giftköder haben schon einige Tiere dahingerafft. In vielen Fällen können Vergiftungen nur vermutet werden, weil
Köder: Ob wie hier mit einer Rasierklinge oder mit Gift, für Hund und Katzen, aber auch für kleine Kinder sind sie lebensgefährlich (Symbolbild) Marcel Kusch
Malchow

Haben Tierhasser Giftköder in der Inselstadt ausgelegt und sind damit für den Tod von drei Katzen verantwortlich? Noch ist das ein bloßer Verdacht. Die Obduktion einer Katze soll nun aber Klarheit bringen, warum das Tier verendet ist und ob potenzielle Giftköder schuld daran haben.

Gesunde Tiere vermittelt

Vor rund vier Wochen habe alles angefangen, erinnert sich Margret Kuhlmann, Malchows Tierheimchefin. Im Bereich der Malchower Strandstraße wurden zwei tote Katzen gefunden. Woran sie gestorben sind, ist bis heute unklar. Eine dritte Katze litt unter unkontrolliertem Zucken und torkelte, so Kuhlmann. „Das könnte auf eine Vergiftung hindeuten”, meint die Tierheimleiterin vorsichtig. Auch die junge Katze ist inzwischen verendet. Bei Kuhlmann und den Besitzern erregen die Fälle Aufmerksamkeit, weil die Tiere einen gesunden Eindruck machten und Vergiftungssymptome urplötzlich auftraten. Vor nicht einmal einem Jahr vermittelte das Malchower Tierheim die gesunden Tiere an ihre neuen Besitzer.

Tierheim beteiligt sich an Kosten für Obduktion

Die dritte verstorbene Katze soll nun obduziert werden. Der Katzenbesitzer und das Tierheim Malchow haben einen entsprechenden Auftrag ausgelöst. Nur eine Obduktion kann im Zweifelsfall nachweisen, dass das Tier tatsächlich vergiftet worden ist. Das ganze Prozedere kostet aber auch viel Geld. Laut Kuhlann betragen die Kosten zwischen 300 und 350 Euro. Oftmals zu viel für trauernde Besitzer. In diesem Fall aber beteiligt sich auch das Tierheim an den Kosten, um für Aufklärung zu sorgen. Vor gut zehn Tagen sei der Tierkadaver zum Landeslebensmitteluntersuchungsamt nach Rostock gebracht worden, sagte Dr. Holger Nietz von der Müritz-Tierklinik in Waren. Dort wird nun geprüft, ob es Veränderungen an den Organen gibt und gegebenenfalls überprüft, was die Veränderungen ausgelöst haben könnte. Ein Ergebnis steht laut Tierarzt aber noch aus.

Warnung vor Panikmache

Dass Verdächtigungen zu ausgelegten Giftködern manchmal zu früh und unberechtigt in die Welt gesetzt werden und fälschlicherweise Angst verbreitet wird, bestätigte sich erst am 1. Mai. Über soziale Medien verbreitete die Besitzerin eines Welpen in Malchow, dass ihr Hund ebenfalls Opfer von Giftködern geworden ist. Hintergrund war laut Tierarzt Nietz, dass das Tier speichelte. Holger Nietz selbst untersuchte den betreffenden Welpen. Eine Vergiftung konnte er danach ausschließen. „Der Hund hatte eine Verletzung im Maulbereich und speichelte deswegen”, sagte der Tierarzt und warnte vor verfrühter Panikmache.

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