Diskussion um Müllentsorgung

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Gratis Grünschnitt in der Seenplatte wird wohl nix

Wer seinen Grünschnitt nicht verbrennen oder kompostieren will, kann ihn wegbringen. Das kostet aber Geld.  Foto: © Pixavril - Fotolia.com
Wer seinen Grünschnitt nicht verbrennen oder kompostieren will, kann ihn wegbringen. Das kostet aber Geld. Foto: © Pixavril – Fotolia.com
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Für die einen ist es das Gold des Kleingärtners, die anderen wollen den Grünschnitt loswerden. Am besten kostenlos. Der Wirtschaftsausschuss des Kreises hat sich von der Verwaltung darstellen lassen, welche Folgen der Wegfall der Gebühren hätte.

Die Argumente der Kreisverwaltung gegen eine kostenlose Grünschnittentsorgung hatten die Wucht eines Herbststurms. Bei so viel Gegenwind landete die Idee von der Fraktion FDP/Piraten/AB/EB in der Tonne. Der Kreis-Wirtschaftsausschuss folgte der Empfehlung der Verwaltung, die acht Euro pro Kubikmeter Grünschnitt, die man im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte jetzt für die Entsorgung auf der Deponie zu zahlen hat, beizubehalten.

„Grünschnitt ist das Gold des Kleingärtners. Die meisten kompostieren das doch. Keiner kommt auf die Idee, seinen Grünschnitt auf den Anhänger zu packen und damit vielleicht 15 Kilometer zum nächsten Annahmehof zu fahren”, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Dietrich Daedelow (SPD), aus Galenbeck bei Friedland.

Bei einer kostenlosen Grünschnittentsorgung würde die Restmülltonne nach Berechnungen der Verwaltung etwa 8,5 Prozent teurer werden. Denn wegfallende Einnahmen dürfen nicht aus allgemeinden Haushaltsmitteln des Kreises gedeckt werden. Sie müssen über die Abfallgebühren refinanziert werden, also auch durch jene Bürger, die gar keinen Garten haben. Und genau hier sahen die meisten Ausschussmitglieder den Knackpunkt . „Jeder, der ein Grundstück hat, der hat auch eine Stelle, wo er das lagern kann. Und wenn nicht, kann er sich die acht Euro auch leisten”, sagte Manfred Schwarz (Die Linke).

Verwaltung: Gratis-Grünschnitt führt zu Mehrkosten

Bei dem Thema lohnt sich auch ein Blick auf den Nachbarkreis Ludwigslust/Parchim. Dort kann der Grünschnitt kostenlos abgegeben werden und pro Kopf landen dort durchschnittlich 134 Kilogramm bei den Annahmestellen, die zwölffache Menge des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Aus Sicht der Verwaltung stehe zu befürchten, dass die kostenlose Grünschnittannahme auch in der Seenplatte zu erheblichen Mehrmengen und viel höheren Kosten führen würde, als dies bislang der Fall ist.

Nach Einschätzung der Verwaltung würde der kostenlose Grünschnitt auch weder die Kosten für die Beseitigung von Wildverkippungen reduzieren, noch die Verbreitung invasiver Arten wie dem Waschbär eindämmen und auch nicht den Erlass eines Verbrennungsverbotes ermöglichen. Nur wenn der Landkreis den Grünschnitt beim Bürger abholt, zum Beispiel durch eine Biotonne, könnte das Pflanzenverbrennen im gesamten Landkreis oder auch in einzelnen Städten und Gemeinden verboten werden.

Das vom Landrat vorgelegte Eckpunktepapier zur Anpassung der Abfallsatzung im Landkreis wird am 24. September im Kreistag Thema sein.