STREIT UM CORONA-DEMO

Polizei wirft der AfD Diffamierungen vor

Der Protest auf dem Warener Markt gegen die Corona-Beschränkungen hat ein Nachspiel. Das hat aber nichts mit dem Demo-Anliegen zu tun, sondern mit der AfD.
Mit einem Banner wollte die AfD für Lockerungen im Tourismus protestieren. Doch parteipolitische Botschaften waren abseit
Mit einem Banner wollte die AfD für Lockerungen im Tourismus protestieren. Doch parteipolitische Botschaften waren abseits der Demo-Teilnehmer von den Organisatoren nicht erwünscht Susann Salzmann
Der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas de Jesus Fernandes hatte das Vorgehen der Warener Beamten kritisiert.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas de Jesus Fernandes hatte das Vorgehen der Warener Beamten kritisiert. ZVG
Waren.

Sandra Kallisch-Puchelt fühlt sich wie in einem schlechten Film. Die Demo der Gastronomen und Hoteliers, für die zum Tag der Arbeit der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ein Ende der Corona bedingten Schließungen für den Tourismus forderte, hat nicht nur im gewünschten Sinne für Schlagzeilen gesorgt.

„Unsere Demo war eine friedliche Zusammenkunft, die von der AfD genutzt wurde, sich in den Fokus zu rücken“, ist die Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes Seenplatte verärgert über den „Nebenkriegsschauplatz“, den der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas de Jesus Fernandes und weitere Parteianhänger am Rande der Dehoga-Demo geschaffen haben sollen. Dabei ging es um ein parteipolitisches Banner, eine Deutschlandfahne und Parteijacken. Aber eigentlich sollte es um die betroffenen Unternehmer und deren Geschichten gehen.

Maximal 50 Teilnehmer zugelassen

Doch im Nachgang sorgte die Kritik der AfD an der Warener Polizei unter anderem in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit. Zu der angemeldeten Dehoga-Demo, die bereits über die maximale Teilnehmerzahl von 50 Personen verfügte, wollte de Jesus Fernandes mit weiteren AfD-Anhängern dazustoßen. Doch den Parteimitgliedern sei das gründlich vermiest worden – durch die Warener Polizei, machte die AfD geltend.

Größter Vorwurf des AfD-Landtagsabgeordneten: Die Parteimitglieder seien gestoppt worden, als sie mit einer Deutschlandfahne auf dem Weg vom Warener Hafen zum Markt waren. De Jesus Fernandes sprach vom „Verbot“, die Fahne zu tragen und zu zeigen, er sprach von einem „unverhältnismäßigen Polizeieinsatz“. Zusätzlich unterstellte er den Polizisten, die AfD-Anhänger in „aggressiver Art und Weise am Weitergehen behindert und auch körperlich angefasst“ zu haben. Diese Kritik wurde in sozialen Kanälen verbreitet und schlug hohe Wellen. So sehr, dass der Vorgang nach Nordkurier-Informationen noch am Wochenende auch in Schweriner Regierungskreisen diskutiert wurde.

Der Polizei fällt der lange Fahnenmast auf

Die Neubrandenburger Polizeiinspektion erarbeitete eine Klarstellung, in der von Diffamierungen vonseiten der AfD gesprochen wird. Als den Einsatzkräften am Freitagvormittag eine achtköpfige Gruppe von Parteivertretern mit Deutschlandfahne begegnete, fiel der rund zwei Meter lange Fahnenmast auf, der laut Polizei in ganzer Breite geschwenkt wurde. Die gewünschte Teilnahme an der Demo wurde den AfD-lern allerdings verweigert, denn zur Demo waren bereits 50 Leute – die von der Versammlungsbehörde festgelegte Teilnehmerzahl aufgrund der Corona-Pandemie – anwesend.

Bilder und Videoaufnahmen im Netz zeigten die Einsatzkräfte im Kontakt mit den AfD-Mitgliedern. Den von der Partei angeprangerten aggressiven Umgang habe es aber nicht gegeben. Das betonte nicht nur die Polizei, sondern es entspricht auch den Beobachtungen, die Sandra Kallisch-Puchelt, ihre Mitstreiter und auch Zaungäste nach Nordkurier-Informationen mitbekommen haben. „Sie wurden höflich von den Beamten auf diverse Sachen hingewiesen“, so die Regionalverbandsvorsitzende.

Unter anderem auf den zu langen Fahnenstiel. Der hätte laut behördlicher Einschätzung eine (Verletzungs-)Gefahr für die Anwesenden bergen können. Der Fahnen-Träger soll darauf prompt reagiert haben. Er zerbrach den Bambusstiel selbst in zwei Teile. „Das Tragen der Fahne wurde nicht verboten und sie musste auch nicht eingerollt werden“, so die Polizei.

Veranstalter wollten keine Parteienwerbung

Leichte Armberührungen oder auch ein In-den-Weg-Stellen bestreitet auch die Polizei nicht – dazu sei es gekommen, als sich drei AfD-Vertreter noch vor dem Aufnehmen der Personalien in Richtung Demo entfernten.

Über all das kann Kallisch-Puchelt nur den Kopf schütteln. „Wir wollten den Parteien keine Lobby geben, sondern unseren Unternehmern“, erklärt die Betriebsleiterin am Gutshof Woldzegarten. Deshalb sollten alle Politiker, die als Zaungäste erschienen, auf Parteienkleidung verzichten. Alle, mit Ausnahme der AfD, die mit parteipolitischen Emblemen und Jacken auftauchten, hätten sich daran gehalten. Ihre Oberbekleidung mussten die AfD-Vertreter aber nicht – wie behauptet – ablegen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Waren

Kommende Events in Waren

zur Homepage

Kommentare (10)

typisch AfD, erst provozieren, dann Tatsachen verdrehen und sich dann wie immer als Opfer aufzuspielen.
Die AfDler sollen erstmal anständige Menschen werden. Beide Eigenschaften fehlen den Blaubraunen.

Keine Beleidigungen. Danke, die Redaktion.

Bitte anständig bleiben. Heißt in Ihrem Fall: Artikel lesen, versuchen drüber nachzudenken und keinen hohlen Kommentar abgeben.
Guter Ratschlag, der nichts kostet.

https://www.youtube.com/watch?v=kV4vHpqrj6E

dass Ihnen beim Thema homo sapiens eine Einteilung in "Mensch" und dementsprechend in "Nichtmensch" so locker aus der Feder gleitet? Wenn Sie dann aber noch meinen diese mehr als 75 Jahre alte Sprechweise mit einem einfachen "sorry" wieder aus der Welt zu schaffen, zeigt es sehr anschaulich, dass Sie auch noch zu feige sind zu ihrer Gesinnung zu stehen.... und jetzt los... schnell rein in die Opferrolle

Mir genügt schon das meinen Kommentar hunderte Leute gelesen haben und mir zustimmen ohne irgendwelche linke Sülze hier zu lesen !!!!!!!

Ich hab hier nicht einen Kommentar gelesen, der dem Ihrigen zustimmt (schon gar nicht "Hunderte" -> Größenwahn?)... aber dass Sie schon seit Ihrem ersten Kommentar beim NK große Probleme mit der Wahrneumng der Wahrheit haben, ist ja leider auch schon bekannt.... Suchen Sie sich doch endlich mal proffesionelle Hilfe

... Artikel bringt wesentlich mehr an Klarheit als alle vorangegangenen. Die AfD hat erreicht was sie wollte,Aufmerksamkeit und das mit Hilfe des NK und unter Zugrundelegung von falschen Behauptungen. Der NK wäre in so einem Fall gut beraten gewesen abzuwarten bis sich alle Teilnehmer die es betrifft, insbesondere der Veranstalter der eigentlichen Versammlung (Dehoga), sich geäußert haben. Das ergibt dann ein ganz anderes Bild.
Die Sachargumente im vorliegenden Fall liegen jedenfalls nicht auf der Seite der AfD.

ist das, was die Neofaschisten am besten beherrschen. Probleme zu lösen gehört nicht zur Kernkompetenz. Abgetaucht in den letzten 10 Wochen sind sie. War auch nicht anders zu erwarten.

... solchen Situationen trennt sich die Spreu vom Weizen.