VERKEHRSPOLITIK

Grünes Licht für Tempo 30 in Warens Karl-Marx-Straße

Der Umweltausschuss stimmte für eine Minderung der Höchstgeschwindigkeit. An anderer Stelle wurde ein Vorschlag zur Tempo-Reduzierung ausgebremst.
Kommt Tempo 30 für die Anwohner der Karl-Marx-Straße in Waren? Der Fachausschuss hat grünes Licht gegeben.
Kommt Tempo 30 für die Anwohner der Karl-Marx-Straße in Waren? Der Fachausschuss hat grünes Licht gegeben. Ingmar Nehls
Waren.

Bei den Anwohnern der Karl-Marx-Straße in Waren steigt die Hoffnung auf ein Tempolimit. Denn die Mitglieder des Umweltausschusses stimmten bei ihrer Sitzung am Montagabend mehrheitlich dafür, die zulässige Geschwindigkeit von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren und die Straße in die Tempo-30-Zone einzubinden.

Die Karl-Marx-Straße ist eine innerörtliche Sammelstraße. Hier fließt Verkehr aus mehreren Querstraßen, zudem wird die Straße auch gern als schnelle Alternative zur B 192 genutzt, weil es kaum Ampeln gibt. Das hat sich durch intelligente Navigationssysteme auch bei immer mehr Lkw-Fahrern und Pendlern herumgesprochen. Ein Schallgutachten hatte ergeben, dass der Lärm den zulässigen Grenzwert für neue Straßen überschreitet. Bei Bestandsstraßen werden die Grenzwerte allerdings höher angesetzt.

Die Stadtvertreter hatten das Thema schon im Dezember 2017 im Umweltausschuss und danach im Januar 2018 in der Stadtvertretung auf dem Tisch, entschieden sich aber gegen die Temporeduzierung. Weil die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit und die Einbindung in die angrenzende Tempo 30-Zone eine Maßnahme ist, die im mehrheitlich beschlossenen Lärmaktionsplan III mit hoher Priorität empfohlen wurde, muss nun erneut darüber abgestimmt werden. Gegen den Vorschlag stimmten die CDU und die AfD.

Keine Mehrheit fand der Vorschlag der Verwaltung, die Beantragung einer Tempo-30-Zone für den Bereich zwischen Bahnstrecke und Tiefwarensee zu prüfen. Dadurch würden Autofahrer beispielsweise im Falkenhäger Weg langsamer fahren. Auch diese Maßnahme ist Teil des Lärmaktionsplanes. „Gerade der Falkenhäger Weg ist sehr kurvig und unübersichtlich. Es ist nicht sinnvoll, dort bei Tempo 50 zu bleiben“, sagte die Ausschussvorsitzende Jutta Gerkan (Bündnis 90/ Die Grünen) und verwies auf viele Straßen in dem Wohnviertel, wo das Tempo bereits reduziert worden ist. CDU, AfD und FDP/MUG stimmten dagegen.

Stadtvertreter stimmen noch über Vorschlag ab

Unterstützung fand Jutta Gerkan nur bei Rainer Espig (Die Linke). Der ehemalige Vorsitzende des Umweltausschusses und aktueller Chef des Stadtentwicklungsausschusses ist ein unermüdlicher Kämpfer für Tempo 30, auch auf der Bundesstraße 192. „Es gibt Untersuchungen des Bundesumweltamtes, die zeigen, dass sich bei Tempo 30 der Verkehrsfluss nicht ändert, der Lärm aber halbiert wird. Trotzdem hören meine Stadtvertreter-Kollegen lieber auf ihr Bauchgefühl“, sagte Espig.

So fand auch die Maßnahme des Lärmaktionsplans, Tempo 30 rund um die Uhr für alle Fahrzeuge auf den Abschnitten der Mozartstraße und der Strelitzer Straße einzuführen, keine Mehrheit. „Wir haben hier dauerhafte Grenzwertüberschreitungen und könnten mit der Regelung einen großen Effekt bei wenig Aufwand erreichen“, sagte Rafael Müller, Leiter des Sachgebiets Umwelt/Forsten/Friedhofsverwaltung. Jutta Gerkan verwies auch auf kürzere Bremswege und damit mehr Verkehrssicherheit.

Doch die CDU und die AfD stimmten gegen die Maßnahme, SPD und FDP/MUG enthielten sich. Stattdessen wolle man einen Vorschlag der FDP/MUG-Fraktion unterstützen, beim Straßenbauamt Neustrelitz ein intelligentes Verkehrssystem zu beantragen, das in Echtzeit das Verkehrsaufkommen erfasst und das Tempolimit danach für bestimmte Abschnitte regelt. Weil der Umweltausschuss nur Empfehlungen geben kann, kommt es bei allen Maßnahmen auf das Votum der Stadtvertreter am 6. November an.

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